Neues Buch führt durch das römische Regensburg
Begeisterung für die Vergangenheit

Bewacht von einem römischen Legionär präsentierten (von links) Autor Gerhard Waldherr, Sebastian Sommer (Landesamt für Denkmalpflege), Bürgermeister Jürgen Huber, Verleger Fritz Pustet und Silvia Codreanu-Windauer (Landesamt für Denkmalpflege) den neuen Stadtführer. Bild: Hinterberger
Kultur
Regensburg
01.10.2015
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Wird in Regensburg gegraben, ist die Chance, auf Relikte der römischen Vergangenheit zu stoßen, groß. Immer wieder finden Archäologen neue Stücke - manchmal an Stellen, wo sie es gar nicht erwartet haben. Den aktuellen Stand der Ausgrabungen hat jetzt Prof. Gerhard H. Waldherr in der Neuauflage seines Buches "Römisches Regensburg - ein historischer Stadtführer" (Pustet-Verlag) zusammengefasst, das er in den Räumen der Königlichen Villa vorstellt. Er will mit seinem Buch einen Bogen zwischen der Wissenschaft und dem Tourismus spannen, erklärt Waldherr.

So will er auf der einen Seite die Ergebnisse der Ausgrabungen präsentieren: "Ich bin mit einer wissenschaftlichen Redlichkeit an die Sache herangehen und wollte keine Fantasiegeschichten erzählen." Zu dieser Vorgehensweise gehört auch die Aussage "Das weiß man noch nicht", denn auch wenn das Wissen über das römische Regensburg in den letzten Jahren stark gewachsen sei, so gebe es trotzdem noch schwarze - unklare - Punkte auf der Karte.

Auf drei Routen

Andererseits will Waldherr mit seinem Buch Touristen - das Zielpublikum - und Einheimische für die Ausgrabungsarbeiten und die römische Vergangenheit der Stadt begeistern. "Das Buch richtet sich nicht an berufsmäßige Fachleute, sondern an die, die mit Freude neues Wissen aufnehmen wollen", betont er. Diesen Interessenten bietet der Stadtführer eine Mischung aus geschichtlichem Hintergrundwissen und organisatorischen Fakten, wie Museumsöffnungszeiten.

Auf drei Routen führt Waldherr seine Leser auf die Spuren von Regensburgs römischer Vergangenheit. "So kompakt bekommen wir den Forschungsstand 2015 in den nächsten Jahren vermutlich nicht mehr in die Hände", lobt Dr. Silvia Codreanu-Windauer, Leiterin der Regensburger Dienststelle des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, Waldherrs Werk. Dank zahlreicher Ausgrabungen ist das römische Regensburg in den letzten 15 Jahren - damals erschien die Erstauflage des Buches - mittlerweile fast um das Doppelte gewachsen. So wurde zum Beispiel im Osten der Stadt, unter der Königlichen Villa, eine alte römische Therme entdeckt - ein Zeichen dafür, dass es auch am östlichen Rand des Legionärslagers eine zivile Siedlung gab.

Neue Funde

Vor kurzem stießen die Wissenschaftler außerdem am Ostenstadel auf einen alten römischen Keller mit bemaltem Putz. "Das ist so aktuell, das steht schon nicht mehr im Buch", erklärt Codreanu-Windauer. Diese Entdeckung ist der bisher nördlichste und am nächsten an der Donau gelegene Fund.
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