Neues Projekt von Franz Hummel
Begeisterung für die Romantik

Der 1996 geborene junge Pianist Yojo Christen begeisterte in Regensburg durch seine Uraufführung von Franz Hummels zweitem Klavierkonzert. Bild: Fabian Helmich
Kultur
Regensburg
14.06.2016
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Dem breiten Publikum ist Franz Hummel durch sein Musical "Ludwig II. - Sehnsucht nach dem Paradies" bekannt, das im Jahre 2000 in dem eigens dafür gebauten Musical Theater Neuschwanstein uraufgeführt wurde. Jetzt gab es sein neuestes Werk in Regensburg zu hören

Der 1939 geborene, in Riedenburg im Altmühltal lebende Komponist Franz Hummel verewigt sein pianistisches Können auf über sechzig Tonträgern. Seit Jahrzehnten werden seine Opern, Sinfonien, Konzerte und Kammermusikwerke von bekannten Interpreten aufgeführt. Beim sechsten Sinfoniekonzert der aktuellen Spielzeit bringt nun das Philharmonische Orchester Regensburg Hummels zweites Klavierkonzert als Auftragskomposition des Theaters Regensburg im Neuhaussaal zur Uraufführung.

Dieses Werk entstand auf Anregung des Regensburger Intendanten Jens Neundorff von Enzberg, nachdem dieser eine CD des jungen Pianisten Yojo Christen gehört hatte und diesen engagieren wollte. "Yojos jugendlich-stürmisches Temperament und seine Begeisterung für die Romantik setzten mich alten Kerl zwischen alle Stühle, wenn ich seinem Spiel gerecht werden wollte", schreibt Hummel selbst im Programmheft. Und in der Tat kann man in dieser neuen Komposition ein Bemühen erkennen, eine Symbiose aus einer modernen Tonsprache und romantischen Einflüssen zu schaffen.

So vernimmt man im Kopfsatz des dreisätzigen Werks nach einem Zitat aus Rachmaninows zweitem Klavierkonzert eine komplexe Motorik und Komplementärrhythmik, die nicht selten in neoromantische Passagen mündet bis ein vollgriffiger, leicht schräger Klavierakkord am Ende mit dem rechten Pedal liegenbleibt. Im zweiten Satz lässt Hummel den Solisten in neoimpressionistischen Stimmungen schwelgen, die nur von wenigen Orchestereinschüben unterbrochen werden.

Den Finalsatz prägt vitalistische Motorik mit Jazz-Einflüssen und im Kontrast dazu vernimmt man wiederum von der Romantik inspirierte Passagen. Diesen Satz hat Hummel Yojo Christens eigener Klavierkomposition "IRINI" entnommen und durch Orchesterpassagen ergänzt.

Sowohl der Solist als auch das Orchester nehmen sich dieser durchaus interessanten Novität mit Energie und Leidenschaft an. Letzteres gilt für das Orchester unter Leitung von Generalmusidirektor Tetsuro Ban auch in Bezug auf Mendelsohn-Bartholdys einleitend interpretierte Konzertouvertüre zu "Das Märchen von der schönen Melusine" und Schumanns abschließend ausgeführte Sinfonie Nr. 3.
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