Neuinszenierung von "Aschenputtel"
Aufstieg der Küchenmagd

Kultur
Regensburg
05.07.2016
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Eine wütende Küchenmagd köpft eine Hühnerattrappe, ein Philosoph und Lehrer entpuppt sich als gute Fee: Mit amüsanten Ideen inszeniert Uwe Schwarz "Aschenputtel" am Theater Regensburg neu.

Schwarz hat sich intensiv mit der Musiktheater-Komödie beschäftigt und ein großes Gespür für das humoristische Potenzial für das Stück entwickelt. So kann sich das Publikum bereits vor dem Beginn der Aufführung auf einem transparentem Vorhang betrachten, der als Projektionsfläche für Videoeinspielungen dient und vorher für Belustigung sorgt.

Danach erlebt man schon während der Ouvertüre lustige Details. So versucht der geldgierige und nicht gerade von höchster Intelligenz beseelte Don Magnifico einen Geldesel vergeblich zu melken. Stumm antizipiert werden in der Ouvertüre auch die später in Szene gesetzten Dialoge mit den Handpuppen.

Geschickter Einsatz


Man kann hier gar nicht alle unterhaltsamen Regie-Einfälle nennen, mit denen Schwarz für Kurzweil und eine unterhaltsame Atmosphäre sorgt: Da enthauptet Küchenmagd Angelina ein unechtes Federvieh, weil ihre Stiefschwestern sie wieder einmal mobbt, und Lehrer Alidoro ist eigentlich eine gute Fee in einem Kleidchen. Die Drehbühne wird inklusive dem äußeren Ring geschickt eingesetzt um ein Spiel mit Spiegeln, Drehtüren und Potraits in Szene zu setzten, in dem auch der Meister Rossini Platz findet. Zu dieser amüsanten, aber nie ins kitschige abdriftenden Regie schafft Ausstatterin Dorit Lievenbrück die passenden Kostüme und ein Bühnenbild, das die Atmosphäre verdichtet. Die Ausstattung ist an die Zeit der Uraufführung angelehnt, wirkt aber dennoch keinesfalls antiquiert.

Spannung und Dynamik


Von den Bühnenakteuren, die in der Produktion überzeugen, sollte man drei besonders in den Fokus stellen: Denn sowohl Enrico Iviglia als Don Ramiro als auch Matthias Wölbitsch in der Rolle des Dieners Dandini, und Vera Seminiuk als Angelina bestechen durch ihre saubere Intonation und ihr Gefühl für dynamisch Nuancen. Auch schauspielerisch beeindrucken die Hauptfiguren.

Mario Klein als Don Magnifico, Barbara Buffy als Tisbe, Martina Fender als Clorinda und Jongmin Yoon als Alidoro stehen ihnen in nichts nach. Den Chor studiert Alistair Lilley gewohnt souverän ein. Das Orchester unter Leitung von Tetsuro Ban beweist filigranes Gespür für die Spannungsbögen und die dynamischen Verästelungen.

Berühmte Geschichte


Am 25. Januar 1817 wurde Gioachino Rossinis Oper "La Cenerentola" ("Das Aschenputtel") im Teatro Valle in Rom uraufgeführt. Es ist eine große Herausforderung für die Regie, diesen Stoff, den der italienische Librettist Jacopo Ferretti in Anlehnung an das bekannte Märchen für Rossinis Komposition damals geschrieben hat, heute unterhaltsam in Szene zu setzen.

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Weitere Informationen:

www.heater-regensburg.de www.konzept-buehne.de
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