"Odeon"-Reihe
"The Philharmonics" eröffnen mit Wiener Neujahrskonzert

Kultur
Regensburg
14.01.2016
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Von Stefan Rimek

Regensburg. Unter einem "Wiener Neujahrskonzert" von einigen Philharmonikern stellt man sich gewöhnlich ein Klangereignis mit Werken der Strauß-Dynastie und Radetzky-Marsch vor. Dass es aber auch etwas anders und wesentlich kreativer geht, zeigt das siebenköpfige Ensemble "The Philharmonics" bei ihrem Gastspiel bei den Regensburger "Odeon"-Konzerten.

Zwar ist Johann Strauß auch hier mit von der Parti, aber als das Septett zu Beginn dessen Csárdás aus der Operette "Fledermaus" interpretiert, wird sehr schnell klar, dass diese aus Mitgliedern der Wiener und Berliner Philharmonikern sowie einem Bruderpaar gebildete Formation auf ihre ganz eigene Art im wahrsten Sinne des Wortes zu Werke geht.

So fällt schnell auf, wie viel Sinn für ursprüngliche Leidenschaft die Mitglieder dieses Kammerensembles an den Tag legen. Da wird schon mal solistisch improvisiert und die Spielfreude regelrecht zelebriert. Das gilt auch für zahlreiche andere Kompositionen, die in einer stilistischen Breite von einem spanischen Tanz Manuel de Fallas über einen Swing-Blues im Zwölftakter-Schema von Arthie Shaw und Werken von Fritz Kreisler bis hin zu Stings Mega-Hit "Englishman in New York" geboten werden. Und dabei arrangiert das Septett unter Leitung des Violinisten Tibor Kovác all diese Werke für seine fünf Streicher, Klarinette und Klavier auf äußerst originelle Weise.

Neben diesen Arrangements besticht an diesem Abend auch die Virtuosität und gefühlsbetonte musikalische Herangehensweise jedes Mitglieds der Formation. Von wilder Leidenschaft im Csárdás bis hin zu filigraner Innigkeit im "Schwan" aus Camille Saint-Saens "Karneval der Tiere" reicht die Palette.

Kein Wunder, dass das begeisterte Publikum das Septett im gut gefüllten Audimax der Regensburger Universität nicht von der Bühne lässt. So gibt es als musikalischen Nachschlag noch einen ungarischen Tanz von Brahms, der es durch die Improvisationen und Zitate in sich hat.
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