Papst als Kunstthema
Andenken an den Papstbesuch

Die Regensburger Künstlerin Maria Maier hat den Papstbesuch vor zehn Jahren auf eigenwillige Weise festgehalten. Bild: Wolke
Kultur
Regensburg
13.09.2016
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Abgeklebte Gullydeckel: Das ist es, was Maria Maier vom Papstbesuch vor zehn Jahren in Erinnerung hat. Natürlich nicht nur das: Auch reihenweise Dixi-Klos, meterlange Absperrungen und dicke Kabelsalate hat die Regensburger Künstlerin fotografiert.

Damals, als der "bayerische Papst Benedikt XVI." gen Heimat anrückte, griff Maria Maier zur Kamera. Die Vorbereitungen zum Papstbesuch in München und Regensburg dokumentierte sie aus einer eigenwilligen Sichtweise. Eine Sache lässt sich schnell erahnen: Maria Maier handelte nicht aus religiöser Motivation. "Sie erinnert nicht an wunderbare Begegnungen und an die grandiose Atmosphäre, die hier in Regensburg vorherrschte", sagt auch Domvikar Dr. Werner Schrüfer. Dass er die Fotografien dennoch im Diözesanzentrum Obermünster in Regensburg präsentiert, steht für die professionelle Kunstsinnigkeit des Abteilungsleiters Kunst des Bistums Regensburg.

Wobei die Bilder sozusagen entschärft sind. Der "Papstrabatt" eines Münchner Dessous-Ladens ist in der Regensburger Ausstellung nicht zu sehen. Stattdessen Schilder, die für mietbare Logenplätze in Privatwohnungen werben. Oder Fotos von Papstbier, Papstkerzen und Papstdevotionalien. "Andenken an den Papstbesuch - Rückblende mit Fotoarbeiten von Maria Maier" lautet der Titel der Ausstellung, die zehn Jahre später im Diözesanzentrum an das Großereignis erinnert. "Ich wollte festhalten, wie sich die Stadt damals verändert hat", erklärt Maria Maier. Entgegen ihrer sonstigen Vorgehensweise hat die Künstlerin ihre Fotografien diesmal weder übermalt noch sonst irgendwie bearbeitet.

Der veränderte Blickwinkel war hier völlig ausreichend. "Beim Besuch des Mannes, der immer wieder das Gute, Schöne, Wahre betont hat, der ein Ästhet ist in seiner Lebensart wie im theologischen Denken, ist eine absurde, manchmal bizarre Ästhetik entstanden", beschreibt es Domvikar Schrüfer.

Und dennoch: Elektrische Leitungen vor weißblauem Himmel und Absperrgitter vor dem gotischen Dom - all das war Teil des Papstbesuches in Regensburg. Man braucht eben beides: Den göttlichen Segen. Und das Dixi-Klo.

ServiceDie Ausstellung "Andenken an den Papstbesuch - Rückblende mit Fotoarbeiten von Maria Maier" läuft bis zum Freitag, 23. September (Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr) im Diözesanzentrum Obermünster, Obermünsterplatz 7, Regensburg.
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