Peter Androsch stellt aus
„Der Stille ihre Würde geben“

Die künstlerischen Arbeiten Peter Androschs sind grafisch aufs Blatt gebannte Töne und Worte. Bild: Susanne Wolke
Kultur
Regensburg
24.06.2016
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Bei Peter Androsch geht es um dreierlei Dinge: um das Bild, um die Schrift und um den Ton. Diese Komponenten vermischt der österreichische Komponist und Künstler zu "Hör- und Sehbildern" von grafischer Struktur.

In der Minoritenkirche, die zum Historischen Museum der Stadt Regensburg gehört, hängen sie nun: Notenschriften und Partituren von Mozart, Wagner und Peter Androsch selbst. Die aufs Blatt gebannten Töne lassen im Kopf des Betrachters eine Ahnung großer Musik entstehen.

Gebündelte Worte


Als "Phonographien" bezeichnet Peter Androsch diese Arbeiten. Auf seinen Abwegen in die bildende Kunst druckt der international renommierte Komponist Notenschriften nicht einfach ab. Notenblätter und Schriftbilder werden bei ihm vielfach überlagert, bis sie einen regelrechten Brei aus Noten und Buchstaben ergeben. Wie mit einem einzigen gewaltigen Tusch wird dann eine geballte Dichte an Worten und Tönen losgelassen - alles auf einmal.

Mehr als 150 Blätter aus der Hand Peter Androschs hängen derzeit in der Regensburger Minoritenkirche. Der 1963 in Wels geborene Künstler, der in seinem "Labor für Akustik, Raum und Gesellschaft" unermüdlich an Kompositionen, Schriftwerken, Forschungsarbeiten und Vorträgen tüftelt, beschränkt sich in seiner Arbeit nicht nur auf die Kollegen aus dem Bereich der Musik. Auch Autoren der Stadt Linz, so etwa Eugenie Kain, kommen bei ihm aufs Blatt.

Die Minoritenkirche als Ausstellungsort wurde bewusst gewählt. "Das Wechselspiel zwischen stummer Klangschrift und dem Klang des profanierten Sakralraums machen das künstlerische Anliegen Peter Androschs deutlich", heißt es in einem Begleittext zur Schau. Dem Künstler geht es darum, Stimme, Klänge, Laute und Geräusche zusammenzudenken - ohne dabei das Stummbleiben aus dem Blick zu verlieren. "Der Stille ihre Würde geben", dieses Ziel verfolgt der Musiker Androsch mit seinen ungewöhnlichen Kunstwerken.

Für die Ohren


Dennoch wird die Ausstellung in Regensburg auch hörbar gemacht. Im September gibt es anlässlich der Präsentation eine Konzertreihe mit Werken des Komponisten Peter Androsch. Zudem hat der Künstler für die Stadt Regensburg einen eigenen "Stadtplan der Hörenswürdigkeiten" zusammengestellt. Unter dem Motto "Wie klingt unsere Stadt" werden hier hallende Kirchen, lärmende Straßenkreuzungen und murmelnde Biergärten aufgesucht.

ÖffnungszeitenDie Ausstellung "Phonographie - Peter Androsch" läuft bis Sonntag, 30. Oktober (Dienstag bis Sonntag und feiertags, 10 bis 16 Uhr), in der Minoritenkirche des Historischen Museums Regensburg (Dachauplatz 2-4). Der "Stadtplan der Hörenswürdigkeiten" liegt in der Tourist-Information am Alten Rathaus, im Kulturamt und an anderen Auslagestellen der Stadt gratis aus. (wsu)

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Weitere Informationen:

www.regensburg.de
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