Prägend für Regensburger Kunstszene

Rupert D. Preißl war ein großer Künstler der Stadt Regensburg. Die Städtische Galerie im Leeren Beutel würdigt den Maler und Grafiker nun anhand einer Einzelschau. Bild: Wolke
Kultur
Regensburg
15.04.2015
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Die noch junge Ausstellungsreihe "fokus sammlung" im Regensburger Leeren Beutel will Oberpfälzer Künstler vorstellen. Rupert D. Preißl (1925-2003) macht hier als einzeln gezeigter Künstler den Anfang.

Verkopft: Was Rupert D. Preißl angeht, ist diese Bezeichnung ambivalent. Einerseits brachte der Regensburger Maler und Grafiker immer wieder Köpfe aufs Blatt - "der Kopf war für Preißl ein Faszinosum aufgrund seiner Vielzahl an möglichen Ausdrucksformen", sagte Reiner Meyer von der Städtischen Galerie in Regensburg.

Andererseits war Preißl das gerade nicht: verkopft. Zumindest wenn es nach seiner Witwe Edda Preißl geht. "Es ist müßig zu fragen, was ein Künstler sich vor oder während des Arbeitsprozesses gedacht hat", schrieb diese hinsichtlich des Schaffens ihres Mannes. "Wenn man darauf verzichtet, hinter jeder Bildschöpfung eine ,vorsätzliche Tat' zu sehen, öffnet sich von selbst das Tor zum Verständnis."

Einladung zum Schauen

Die Ausstellung über Preißl, die derzeit in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel in Regensburg zu sehen ist, versteht sich demnach vor allem als eines: als Einladung zum reinen Schauen. Zu Betrachten gibt es genug. Landschaften, Stadtansichten, Portraits, Figurenkompositionen: Die Ausstellung gewährt einen Blick in das Werk eines Künstlers, von dem Kulturreferent Klemens Unger sagt: "Ohne ihn wäre die Regensburger Kunstszene nicht das, was sie ist."

Rupert D. Preißl, der 1925 in Eitlbrunn geboren wurde und 2003 in Regensburg starb, ist in seiner Heimatstadt nach wie vor eine feste Größe. Er war langjähriger Ehrenvorsitzender des Berufsverbandes Bildender Künstler (BBK) Niederbayern / Oberpfalz und wird von Reiner Meyer als ein wichtiger Protagonist der jüngeren Kunstgeschichte hervorgehoben.

Der Leiter der Städtischen Galerie Regensburg ging bei der Eröffnung der Schau auf deren zentrales Werk ein: "Von Krumau nach Prag" ist eine Zusammenstellung aus 32 Einzelbildern, die sowohl allein als auch in der Gruppe zu betrachten sind. Solche Reihenbilder sind typisch für Preißl, der darin ganze Bildergeschichten erzählt. Auch die Kompositionen "An südböhmischen Teichen" oder "Begegnung mit tschechischen Künstlern" beschränken sich nicht nur auf ein Bild.

Die Hinwendung des Künstlers zu Böhmen zeigt sich in etlichen seiner Arbeiten. In der aktuellen Ausstellung im Leeren Beutel sind neben Stadtansichten von Regensburg auch etliche Bilder von Prag zu sehen. Gemeinsam ist allen malerischen Werken die expressive Formensprache, der wilde Pinselduktus sowie die reduzierte und dabei doch so eindringliche Farbpalette: Lila-, Braun- und Blautöne, das reichte Preißl weitgehend.

Preißl'scher Bilder-Schatz

Für die Städtische Galerie im Leeren Beutel gibt es mehrere Gründe, den Maler und Grafiker nun mit einer Schau zu würdigen. Seit die Witwe des Künstlers dem Museum vor einigen Jahren einen großen Teil des Werkes geschenkt hat, verfügt das Haus über einen umfangreichen Preißl'schen Bilder-Schatz. Die Ausstellung passt außerdem zum Regensburger Jahresthema: Der nach Böhmen hin orientierte Preißl spannt einen Bogen zur Stadt Pilsen als Kulturhauptstadt 2015.

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Die Ausstellung "fokus sammlung" läuft bis zum 14. Juni in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel (Bertoldstraße 9). Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und feiertags von 10 bis 16 Uhr. Jeden ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei. Infos: Telefon 0941/5072440.
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