Regensburg kämpft um Burgweintinger Reptilienzoo - Neues Konzept des Betreibers
Leguan Otto darf vorerst bleiben

Beim vermeintlich letzten Öffnungstag herrschte reger Zulauf. Nun wollen die Beteiligten mit einem gemeinsamen Konzept den Zoo retten. Bild: wbr
Kultur
Regensburg
20.01.2015
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Jeder Regensburger kennt ihn, auch Bürger aus der Region lieben das Lebenswerk des kürzlich verstorbenen Alexander Stromski und Ulrich Böhm. Trotzdem ging es zuletzt bergab mit den Reptilienzoo Burgweinting. Die Besucherzahlen gingen zurück. Stromski steuerte wiederholt eigenes Geld bei, damit die Heizung nicht abgestellt werden musste. Gestern wäre nun nach 37 Jahren endgültig der letzte Tag gewesen, die Reptilien sollten verkauft werden. Da regte sich plötzlich der Bürgersinn.

Großer Besucherandrang

Gleich tausendfach via Internet und auch analog: Das alte Gebäude in der Obertraublinger Straße 25 mit Otto. dem zahmen Leguan und seinen kriechenden und krabbelnden Mitbewohnern erlebte einen regelrechten Besucheransturm.

Nach einem Gespräch zwischen Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, Bildungsreferent Dr. Hermann Hage und Markus Schmidbauer, Vorsitzender des Vereins für Herpetologie, ist klar: Die Stadt hat großes Interesse daran, dass der Zoo erhalten bleibt. "Der Reptilienzoo widmet sich seit vielen Jahren nicht nur der Pflege und der Nachzucht vieler verschiedener Schlangen- und Echsenarten, sondern hat auch eine ganz wichtige Bildungsfunktion - besonders für Kinder", so Wolbergs am Sonntag.

Der Verein habe sich entschieden, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Damit könne Zeit gewonnen werden, um gemeinsam ein nachhaltiges Konzept für den Zoo zu entwickeln, so zitiert Wolbergs Schmidbauer.

"Als Sofortmaßnahme werden wir den Zoo über unsere freiwilligen Leistungen hinaus finanziell unterstützen und einen Spendenaufruf initiieren. Gerne sind wir auch bei der Suche nach einem neuen Standort behilflich", erläuterte Wolbergs. "Wir sind überwältigt, dass die Öffentlichkeit und die Stadt ein so unerwartet großes Interesse an dem Erhalt des Reptilienzoos zeigen. Schade, dass dies unser langjähriger Leiter, Alexander Stromski, nicht mehr miterleben konnte", sagte Schmidbauer.

Für die Stadt mit ihrem Tourismusaufkommen rechnet sich der Biologe und Tierfilmer aus, dass sich rund 1000 Besucher pro Wochenende für die Reptilien interessieren könnten, wenn dieser in einem modernen Quartier mit genügend Parkplätzen untergebracht wäre. Wenn ein neues Konzept vorliege, versprach Hage, werde er den Zoo ins städtische Bildungsangebot integrieren.
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