Regensburg veranstaltet 1. Bayerisches Landes-Jazzfestival
Countrysongs und bayerischer Groove

John Scofield zählt zu den einflussreichsten Jazzgitarristen der Welt. In Regensburg stellt er mit seiner Band Countrysongs von Outsidern wie Merle Haggard und Hank Williams, aber auch Dolly Parton vor. Bild: Landes-Jazzfestival
Kultur
Regensburg
20.10.2016
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Herausgeber des Online-Magazins Jazzzeitung, professionelle Ausbildung im Music College, vielseitiges Konzertleben und das Bayerische Jazz-Weekend. Jetzt setzt Regensburg mit dem 1. Bayerischen Landes-Jazzfestival musikalisch noch eins drauf.

Nicht zuletzt dadurch festigt Regensburg seinen Ruf als heimliche Hauptstadt des Jazz in Bayern. Von Freitag, 21. Oktober, bis Sonntag, 23. Oktober, geht das Event mit einem attraktiven Programm aus internationalen Hochkarätern und bayerischen Promis an den Start.

Verteilt auf verschiedene Locations - von der Neupfarrkirche bis zum großen Velodrom - bekommt die quirlige Profiszene Bayerns damit eine neue, eigene Plattform. Der künstlerisch vielfältige, öffentlich bislang aber kaum geförderte Jazz-Sektor erhält dafür eine Anschub-Finanzierung. Neben dem Bezirk Oberpfalz, der Stadt und der Sparkasse Regensburg fördert vor allem der Kulturfonds Bayern dieses Musikereignis. Träger des Festivals sind die Landesarbeitsgemeinschaft Jazz in Bayern und der Jazzclub Regensburg.

Moderne Arrangements


Die bayerische Szene ist unter anderem durch den Saxofonisten Johannes Enders mit seinem Projekt "Dome", den legendären Trompeter Dusko Goykovich, Sängerin Lisa Wahlandt, dem mächtig groovenden Orgeltrio "Organ Explosion" und dem Landes-Jazzensemble vertreten.

Als Gewinner des LAG-Jazzpreises 2016 eröffnet das Rosenheimer Leo- Betzl-Trio mit modernen Arrangements von Jazz Standards und Eigenkompositionen ihres Debüt-Albums "Levitation" am Freitag, 21. Oktober (19 Uhr) , das Festival im Leeren Beutel zusammen mit dem Landes-Jazzensemble, einer Allstar-Band. Internationale Größen wie Ron Carter und John Scofield aus dem Mutterland des Jazz sind die Highlights des Festivals. Beide spielten zu verschiedenen Zeiten in Bands des großen Trompeters Miles Davis, Carter im Quintett der 60er Jahre, Scofield in der funky Periode Anfang der 80er Jahre. Mit dem 79-jährigen Bassisten Ron Carter und seinem "Golden Striker Trio" (Samstag, 22. Oktober, 19.30 Uhr, Velodrom) konnte einer der ganz Großen gewonnen werden.

Der "perfekte Jazz-Bassist schlechthin" präsentiert Originals und Standards, darunter auch eines der besten und bedeutendsten Musikstücke aller Zeiten - das Adagio aus Concierto de Aranjuez. Der Gitarrist John Scofield zählt seit langem zu den wichtigsten und einflussreichsten Jazzgitarristen der Welt.

Amerikanische Volksweisen


Erstmals auf dieser Tournee stellt der Großmeister mit Bill Stewart (Drums), Larry Goldings (Keyboard) und Steve Swallow (Bass) Countrysongs von Outsidern wie Merle Haggard und Hank Williams, aber auch Dolly Parton (Jolene) und Patti Page vor. Mit "Country for old man" (Sonntag, 23. Oktober, 19.30 Uhr, Velodrom) , wie das Programm nach dem eben veröffentlichten neuen Album heißt, verleiht Scofield den amerikanischen Volksweisen ein neues Gewand. Dabei bleibt kein Musikbaustein auf dem anderen. Ein spannendes Experiment, das nicht nur Jazzfans anspricht.

Originelles Musikmärchen


Fehlt noch etwas für den Nachwuchs: Ein fünfköpfiges Ensemble mit Musikern der Berlinern Symphoniker um den Erzähler Juri Tetzlaff gibt das Erzählkonzert "Jazzkäppi" von Helmut Nieberle und Gabriele Marchl (Samstag, 22. Oktober, 14 Uhr, Leerer Beutel) . "Die Geschichte vom Jazzkäppi" ist ein originelles Musikmärchen mit federleichtem Swing und poetischer Bodenhaftung für Familien und Kinder.

Karten gibt es direkt beim Jazzclub Regensburg (Bertoldstraße 9), Telefon 0941/563375 sowie an der Abendkasse.

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Weitere Informationen:

www.landesjazzfestivalbayern.de
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