"Sacco & Mancetti" stellen neues Werk "Hightime" vor
Enthusiastische Amateure

Kultur
Regensburg
10.06.2016
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Sie machen einfach ihre Ding, und das machen sie gut: Die Musiker (von links) Helmut Süttner, Herbert Schwarzfischer, Jockl Peithner und Reinhold Keck präsentieren ihr mittlerweile zehntes Album. Bild: Sacco & Mancetti

"Ois is guad, ois passt - kein Schmäh", brüllt Herbert Schwarzfischer enthusiastisch ins Telefon, als Antwort auf die Frage, warum das neue Werk seiner Band denn mit "Hightime" betitelt ist. Und fügt dann schwärmerisch hinzu: "Wir verbringen aktuell eine wirklich super Zeit zusammen."

Außerdem war es "high time", also absolut an der Zeit, dass wir nach neun Jahren Pause endlich eine weitere Studioplatte rausbringen. Ach, ist das alles klasse", jubelt der Bandleader. "Sacco & Mancetti" nennt sich das Quartett, in dem Schwarzfischer leidenschaftlich die Bassgitarre zupft, "Hightime" ist das inzwischen zehnte Album der Gruppe. Gleichzeitig darf man die Scheibe als ein Geschenk der Formation an sich selbst sehen, an ihr Jubiläum, denn sie wurde vor exakt drei Jahrzehnten in ihrer Heimatstadt Regensburg ins Leben gerufen.

"Ich bin mit absolut allem zufrieden, was innerhalb der Band in diesen drei Dekaden abgegangen ist", freut sich der seit kurzem 60-jährige Schwarzfischer, "mit allen Höhen und Tiefen, aller Freude und allem Irrsinn.

Zwar sind Sänger und Gitarrist Jockl Peithner sowie meine Wenigkeit die einzig verbliebenen Gründungsmitglieder. Doch das macht nichts, denn wir haben mit Gitarrist Helmut Süttner und Schlagzeuger Reinhold Keck seit längerer Zeit würdige Ersatzleute für die Ur-"Saccos" an Bord. Letztlich geht es doch darum, dass unsere Grundeinstellung zur Rock-Musik erhalten bleibt: Wir waren und sind weiterhin enthusiastische Amateure."

Ewiger Geheimtipp


Tatsächlich genießen die Oberpfälzer seit langem, dass sie eine euphorische Fangemeinde hinter sich wissen. Aber die ist nun mal überschaubar. Den Platz des "ewigen Geheimtipps" konnte der Vierer nie verlassen. "Das ist uns eigentlich wurscht", verfällt Schwarzfischer in den herrlich-heftigen Dialekt seiner Heimat, "weil wir allesamt 'ordentlichen` zivilen Berufen nachgehen", lacht er schallend.

In der Tat, bei "Sacco & Mancetti" ist ein Architekt dabei, der Papstkreuze entwirft und Krankenhäuser baut. Ein Medien-Designer, der Kreatives materialisiert. Ein Sozialarbeiter, der mit einem Inklusions-Projekt Platten produziert. Und schließlich der Bassist, der als Rechtsanwalt Millionenprozesse führt.

"Man sollte bei all diesen Jobs, denen wir nachgehen, allerdings nie vergessen, dass wir für die Musik brennen", beschwört Schwarzfischer den Zuhörer. "Natürlich brennen wir auch für unsere Arbeit. Aber wir stecken in der privilegierten Situation, dass wir uns all die Jahrzehnte unserer Existenz musikalisch nie verbiegen mussten. Da gab es keine peinlichen Möbelhaus-Eröffnungen, zu denen wir eingeladen waren. Keine gruseligen Volksfest-Auftritte. Wir haben stur unser Ding durchgezogen. Weil wir immer wussten, dass wir vom Geld für unsere Musik nicht abhängig waren."

Es ist nicht unbedingt die Neuerfindung des Rockmusik-Rads, die "Sacco & Mancetti" in die Öffentlichkeit tragen, egal ob auf Tonträger oder live. Aber dieser Sound ist ansteckend. Da lugt Bruce Springsteen durch, Tom Petty, auch mal Roger McGuinn von den Byrds, und bei den härteren Stücken schon mal Aerosmith. "Wir sind schließlich Rocker, so ein Anspruch steht für eine beinharte Einstellungssache", feixt Schwarzfischer. "Das bedeutet letztlich, dass wir uns um nichts etwas scheren. Wir ziehen stur unser Ding durch, halten gnadenlos als Kumpels zusammen. Das sind Werte, von denen man immer weniger hört. Aber die sterben nie aus. Zumindest nicht für uns."

"Eine Klasse-Show"


Und was ist nun vom Konzert am Freitagabend zu erwarten? "Eine klassische Klasse-Show", lacht Schwarzfischer dröhnend in die Ohrmuschel des Telefons. "Natürlich spielen wir jede Menge aus dem neuen Album, weil wir verdammt stolz darauf sind. Aber natürlich gibt es auch alten Stoff, den die meisten Fans kennen. Hauptsache, es fetzt. Und Hauptsache, wir bleiben unserem Motto treu: 'Es wird nie aufgegeben, immer weitergemacht - und zwar laut'. Dem habe ich nichts hinzuzufügen."
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"Sacco & Mancetti" spielen am Freitag, 10. Juni (20.30 Uhr) am Schafferhof in Neuhaus. Restkarten gibt es noch an der Abendkasse.
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