Schwerelos durch Raum und Zeit

Die Arbeiten Richard Vogls sind von zarter Leichtigkeit. Eine Ausstellung im Kunst- und Gewerbeverein zeigt Arbeiten von 1982 bis 2014 des in Bernhardswald lebenden Künstlers. Bild: Wolke
Kultur
Regensburg
10.02.2015
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Die Bilder von Richard Vogl sind vor allem eines: schwerelos. Ob schwingend durch die Luft oder schwebend im Wasser - die Gestalten des Malers scheinen einer anderen Sphäre zu entstammen. Ohne Gesichter und in zarten Farben gehalten gleiten sie durch eine ätherische Welt.

Bezeichnend auch die Titel der Werke: "Traumwandlerin" heißt es da, "Im Wind" oder "Schwebende". Dass die Gemälde und Zeichnungen des aus Furth im Wald stammenden und heute in Bernhardswald und München lebenden Künstlers Richard Vogl derzeit im Regensburger Kunst- und Gewerbeverein zu sehen sind, verstärkt ihre Wirkung noch. In den lichten Räumen der Ausstellungsflächen kommt die besondere Atmosphäre der Arbeiten besonders hervor.

Fast 100 Bilder von Vogl sind im Kunst- und Gewerbeverein derzeit ausgestellt. "Richard Vogl - Wegbegleiter und neue Arbeiten" lautet der Titel der Schau. Die Ölgemälde und Ölpastelle stammen aus dem Zeitraum zwischen 1982 und 2014.

Pastelliger Stil

Deutlich lässt sich hier die Entwicklung des Künstlers zu seinem im wahrsten Sinne des Wortes pastelligen Stil verfolgen - die Ölpastellkreide ist ein bevorzugtes Mittel Vogls. Sind die Arbeiten anfangs oft noch dunkel gehalten, so weicht das ursprüngliche Schwarz immer mehr einer lichten Farbgebung.

Einem "Schwarzen Engel" aus dem Jahr 1986 etwa steht das herrlich leichte "Fare Well" von 2014 gegenüber. Drei in himmelblau, zitronengelb und violett gekleidete Damen stehen hier am Meeresufer und winken mit Blumen. Ihre Gesichtszüge sind nicht zu erkennen. Richard Vogl hat sich bei den Gestalten auf kantige Umrisse beschränkt - die Anonymität seiner Figuren ist eines der Markenzeichen im neueren Schaffen des Künstlers.

Wie eine Mischung aus Expressionismus und zartem 50er-Jahre-Dekor wirken die Arbeiten Richard Vogls. Bestimmt werden sie von einer seltsamen Stille. "Das Meer und andere Geräusche" hat sich der Journalist und Vogl-Kenner Moritz Holfelder zum Werk des Künstlers geäußert.

Schwebende Haltung

Es ist vor allem die Stille einer traumartigen Unterwasserwelt, die bei den Bildern vorherrscht. Auch beim Springen und Schaukeln nehmen die bevorzugt weiblichen Figuren Vogls eher eine schwebende als eine hüpfende Haltung ein.

"Hatte ich vorher den Eindruck, die Zeit würde angehalten und laste schwer auf manchen Motiven, erfüllt jetzt die Leichtigkeit des Augenblicks den Malgrund, wird die unbeschwerte Rauschhaftigkeit des Moments gefeiert und das Glück in der Bewegung gefunden." Die Worte Moritz Holfelders beschreiben die Entwicklung Richard Vogls hin zum Maler der Leichtigkeit.

2013 hat der an der Akademie der Bildenden Künste in München ausgebildete Maler den Kulturpreis des Landkreises Regensburg erhalten. Bereits 1984 gab es den Bayerischen Staatsförderpreis. Die aktuelle Ausstellung im Kunst- und Gewerbeverein würdigt nun das umfassende Werk des Künstlers und feiert mit ihm den Rausch der Leichtigkeit.

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Die Ausstellung "Richard Vogl - Wegbegleiter und neue Arbeiten - 1982 bis 2014" läuft bis zum 1. März im Kunst- und Gewerbeverein Regensburg in der Ludwigsstraße 6. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr. Weitere Infos gibt es unter Telefon 0941 58160. Die Volkshochschule bietet Führungen durch die Schau an (Info unter Telefon 0941 5072433 oder unter www.vhs-regensburg.de).

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.kunst-und-gewerbeverein.de
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