Sopranistin Edita Gruberova begeistert im Regensburger "Audimax"
Achtundsechzig und kein bisschen leise

Kultur
Regensburg
23.02.2015
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Bereits 1976 sorgte die slowakische Sopranistin Edita Gruberova mit der Rolle der Zerbinetta in Richard Strauss' "Ariadne auf Naxos" an der Wiener Staatsoper für ihren Durchbruch. Seither hat sie sich zu einer der gefragtesten Opernsängerinnen überhaupt entwickelt. Nicht selten wird sie sogar mit der legendären Maria Callas auf ein Niveau gestellt. Im Rahmen der renommierten Reihe "Odeon-Concerte" gastierte Gruberova nun zusammen mit den Nürnberger Symphonikern in Regensburg.

Ihr immer noch großes Können stellte die weltberühmte Sopranistin auch an diesem Abend unter Beweis. Das gilt vor allem für den zweiten Teil des Konzerts. Zunächst zeigte das Orchester unter der Leitung von Peter Valentovic in der Ouvertüre zu Rossinis "Barbier von Sevilla" eine große Geschlossenheit und Sinn für dynamische Nuancen.

Arien von Donizetti

Vor der Pause interpretierte Edita Gruberova verschiedene Arien aus der Feder von Gaetano Donizetti, darunter auch die sogenannte "Wahnsinnsszene" "Il dolce suono" der Lucia aus der Oper "Lucia di Lammermoor", welche einer Sopranistin einiges an Virtuosität und Ausdruckstiefe abverlangt.

Diesen Anforderungen konnte der Weltstar Gruberova insgesamt gesehen in der von ihr gewohnt überzeugenden Weise gerecht werden. Dennoch hätte hier und da eine noch etwas geschmeidigere Phrasierung nicht geschadet.

Diese Geschmeidigkeit und eine berührende emotionale Tiefe hörte man dann aber bei der Interpretation der Arie "L' amor suo mi fe beata" der Elisabetta aus "Roberto Devereux". Mit beeindruckendem Durchsetzungsvermögen und Klangvolumen gelang der mittlerweile 68-jährigen Vokalistin dann direkt vor der Pause die darauf folgende Cabaletta "Ah! ritorna qual ti spero".

Auf hohem Niveau ging es dann im zweiten Teil des Abends weiter, in dem Edita Gruberova Arien von Vicenzo Bellini - unterbrochen von Benjamin Brittens nach Themen von Rossini geschriebenem Instrumentalwerk "Soirées muscales" - zusammen mit den Nürnberger Symphonikern zur Aufführung brachte. Schön gelang es der Sopranistin in der Cavatina "Casta diva" aus der Oper "Norma" die lyrische Tiefe auszuloten und in der Schlussarie "Ciel pietoso" der Alaide aus "La Straniera" beeindruckte die Innigkeit, mit welcher Gruberova nicht nur in der Schlusskadenz zu Werke ging.

Stehende Ovationen

Kein Wunder, dass es im mit über 1300 Zuhörern gut gefüllten, aber nicht ausverkauften Audimax der Regensburger Universität danach stehende Ovationen und Zugabeforderungen gab, welche unter anderem mit Klängen aus Puccinis "Turandot" erfüllt wurden. Insgesamt zeigte Edita Gruberova auch an diesem Abend, dass sie trotz ihres nicht mehr ganz so jugendlichen Sopranistinnen-Alters immer noch zur Weltspitze ihres Genres gehört und ihr Publikum immer noch hochgradig begeistern kann.
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