"spaces" im "Leeren Beutel"
Junge Künstler erobern den (Museums)-Raum

Kultur
Regensburg
19.11.2016
40
0

Von Susanne Wolke

Regensburg. "Es ist schön zu sehen, wie junge Menschen die Museen der Stadt erobern." Der Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs mag es gerne unkonventionell. Was aber im Falle der aktuellen Ausstellung im "Leeren Beutel" nicht gleichbedeutend ist mit provokativ. Im Gegenteil: Die Studierenden und Lehrenden des Instituts für Kunsterziehung der Universität Regensburg, die hier ihre Resultate zum Thema "spaces16nature" vorstellen, brauchen keine Effekthascherei.

Verwunschene Wälder


Solides Können steht im Vordergrund bei den Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Fotografie, Bildhauerei und Film. Da sind beeindruckende Zeichnungen von Ästen und Insekten, die die virtuose Wiedergabe der Natur mit einer poetischen Stimmung vereinen.

"Spuren" erinnern an asiatische Kalligraphien und Skulpturen assoziieren verwunschene Wälder. Die Farbgebung der Schau, die nun in der Städtischen Galerie eröffnet wurde, ist zurückhaltend. Von jugendlichen Verwirrungen also keine Spur. Eines steht fest: Hier präsentieren sich junge Menschen, die den Auftrag der Kunst sehr ernst nehmen.

Und das ist auch so gewollt. Denn eine Sache kann Dozent Josef Mittlmeier nicht ausstehen: "Kunstsimulanten." Davon gibt es seiner Ansicht nach schon viel zu viele auf dem Kunstmarkt.

Was der Dozent des Instituts für Kunsterziehung und seine Kollegen anstreben, ist der nachvollziehbare Entstehungsprozess eines künstlerischen Stils. Also keine aus der Luft gegriffenen Nachahmungen. Von seinen Schülern verlangt Mittlmeier daher nicht wenig: die Beherrschung eines groß angelegten künstlerischen Potpourris - als Basis für die eigene Position. Die Arbeiten, die unter dieser Prämisse den Weg in den Leeren Beutel gefunden haben, unterstreichen diese Anforderung. Qualität steht hier an erster Stelle. Manche der vertretenen Nachwuchskünstler haben ihren Stil bereits etabliert. So etwa die recht erfolgreiche Christina Kirchinger mit ihren zeitgenössischen Auslegungen traditioneller Druckgrafik.

"Panischer Schrecken"


Andere sind noch am Experimentieren. Johannes Steubl etwa zeigt den "Panischen Schrecken", eine abstrakte Mischtechnik zwischen Sog und Explosion. Daneben hängt sein digitales Gemälde "Randland" mit badenden Menschen in durchaus realistischer Wiedergabe.

Dass Studierende im "Leeren Beutel" ausstellen, hat mittlerweile Tradition. Die Ausstellungsreihe "spaces" ist eine Kooperation des Instituts für Kunsterziehung der Universität Regensburg und der Städtischen Galerie. Das Projekt startete 2012. Die aktuelle Schau, die sich speziell mit Naturerscheinungen im Raum auseinandersetzt, ist die dritte ihrer Art.

Service"spaces16nature" läuft bis zum 5. Februar in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel, Bertoldstraße 9 in Regensburg. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag und feiertags von 10 bis 16 Uhr. Geschlossen ist am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.