Tanzshow
"Lord of the Dance" mit "Dangerous Dreams" in Donau-Arena

Das Ensemble von "Lord of the Dance" beeindruckt das Publikum mit einer rundum perfekt dargestellten Aufführung. Bild: Houschka
Kultur
Regensburg
14.12.2015
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Die Symphonie hat viele Zutaten. Farbenrausch auf breiter Leinwand, davor eine Tanztruppe, die weltweit ihresgleichen sucht. "Lord of the Dance" heißt sie und ist seit Jahrzehnten Irlands bekanntester Exportartikel. Heute besser denn je zuvor.

Es ist, als würde der Kosmos explodieren. Gigantisch, ein Farbenrausch in der ansonsten eher tristen Betonhalle namens Donauarena. Die 23 Protagonisten nehmen sich vor der riesigen Leinwand fast schon wie Zwerge aus. Und doch sind sie wichtigster Bestandteil einer Show, die in solch perfekter Form vorher nie zu sehen war. Eine choreografische Meisterleistung von jemandem, den man nur ganz zum Schluss in einer Filmsequenz zu sehen bekommt: Michael Flatley.

"Lord of the Dance" tourt schon lange von einem Kontinent zum anderen. Das perfekt gleichmäßige Klacken der Metallabsätze fand immer begeisterte Zustimmung im Auditorium.

In früheren Zeiten im weiteren Fortgang des Abends mitunter etwas ermüdend. Meist für die Herren, die mitgingen, wenn die Gemahlin zu einem Besuch drängte. Sie mochten eben Michael Flatley und seine bis heute unerreichte Art, dem irischen Volkstanz weltweit einen unverwechselbaren Stempel aufzudrücken.

Flatley wirbelt längst nicht mehr wie ein Irrwisch über die Bühne. Er ist unter die Choreografen gegangen und hat die Zeichen der Zeit erkannt. Der Stepptanz, dem an sich Leute wie Fred Astaire im Cinemascope-Film der frühen Hollywood-Zeit zur Popularität verhalfen, gerät jetzt zu einem - wenn man so will - grandiosen Beiwerk. An Perfektionismus, Körperbeherrschung und artistischer Leistung zwar nicht zu übertreffen. Aber gleichwohl vor dem Hintergrund einer schier umwerfend brillanten Kulisse, die alle Blicke in den Bann zieht.

Was sich hinter den Akteuren abspielt, ist ein Feuerwerk der Fantasie. Sprudelnde Bäche und taumelnde Falter, kristallklare Wasserfälle, düster wabernde Nebel wie aus einem Fritz-Lang-Film, das auf grünen irischen Wiesen grasende Einhorn und Vulkan-Krater, die giftig-gelbe Lava speien. Eine Sinnes-Orgie, geschaffen am Computer und perfekt in ihrem Zusammenspiel.

Vor dieser Explosion des Regenbogens agieren die Tänzer und Tänzerinnen. In ständig wechselnden Kostümen. Futuristisch als Kämpfer aus fernen Galaxien, dann wieder traditionell wie damals, als Flatley noch selbst auf die Bühne trat und es noch keine LED-Wände gab. "Dangerous Dreams" hat Michael Flatley seine Show genannt.

In eine Traumwelt


Gefährliche Träume, die knappe zwei Stunden lang in Traumwelten entführen. Unter berauschenden Klängen, die den irischen Folk mit Flöte, Fiedel und Gesang zu einem bisher nicht gekannten Erlebnis werden lassen. Mitunter sanft, dann wieder hämmernd und dröhnend. Eine geniale Symbiose aus Farben, Tanz und Musik. Bis zum Finale, das die grellbunten Kaskaden eines Feuerwerks auf die Truppe regnen lässt. Wie in Disneyworld. Nahe einem kitschigen Kunstwerk. Aber einfach nur schön. Momente, die 2500 Leute nicht vergessen werden.
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