Velodrom: Sommernachtsalbtraum auf St. Emmeram
Zombie-Apokalypse in Regensburg

Regensburger Künstler mal ganz anders: Als Zombies gewinnen Markus Engelstädter, Linda Foerster und Steffi Denk (von links) sicher keinen Schönheitspreis. Bild: Uli Zrenner-Wolkenstein
Kultur
Regensburg
28.01.2015
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Es ist ein beliebtes Szenario unter Nerds: Was macht man im Fall einer Zombie-Apokalypse? Die Frage wird auch die Zuschauer im Velodrom bei der Premiere von "Sommernachtsalbtraum auf St. Emmeram" fesseln.

Bevor die Untoten am Samstag erstmals Regensburg überrennen, gibt Zombie-Fan und musikalischer Leiter Gerwin Eisenhauer einen Verhaltens-Tipp: Zurücklehnen und einfach genießen.

Ohne das Stück in eine Schublade stecken zu wollen: Theater, Musical, Multimedia-Spektakel - was davon ist der ominöse "Sommernachtsalbtraum auf St. Emmeram" eigentlich?

Gerwin Eisenhauer: Es ist wirklich ganz schwierig einzuordnen. Es ist definitiv kein Musical. Obwohl viel, viel Musik vorkommt. Ich würde es vielleicht als Musik-Revue oder einfach als Rock-Show bezeichnen.

Wer hatte die Idee dazu?

Eisenhauer: Die Idee mit den Zombies stammt ursprünglich von mir. Das Theater Regensburg wollte etwas mit hiesigen Musikern machen und hat mich mit Regisseur Jens Schmidl zusammengebracht. Daraufhin haben wir uns ein Jahr lang abwechselnd in Berlin und Regensburg getroffen und Plot und Buch zusammengestellt.

Wovon handelt die Geschichte?

Eisenhauer: Ich möchte nicht zu viel verraten. Es geht um die Aufzeichnung einer fiktiven Prime-Time-Talkshow vor Publikum, die aus den Fugen gerät. Die Handlung spielt auf drei Ebenen. Eine Konstante sind die Zuschauer, die wie ein Fernsehpublikum im Theater sitzen. Mit allem Drum und Dran. Es gibt auch Werbeunterbrechungen, bei denen sie alles mitbekommen, was hinter den Kulissen passiert. Währenddessen geschehen draußen seltsame Dinge ....

... die zu einem Großteil Regensburg-typisch beeinflusst und zugespitzt sind?

Eisenhauer: Natürlich kommen eine Menge Lokalkolorit und Anspielungen vor. Es geht zum Beispiel um eine gewisse Adelige und sogar der echte Oberbürgermeister spielt mit - als Videoeinspielung. Ebenso sind lokale Größen wie Dirndl-Designerin Astrid Söll oder Sternekoch Anton Schmaus und viele mehr dabei. Das Stück ist aber im Grunde eine Satire, eine Mediensatire, die inhaltlich überall spielen könnte.

Markus Engelstädter, Steffi Denk, Bernd Meyer, Gerwin Eisenhauer und weitere Größen der Oberpfälzer Musikszene sind dabei. Welche Musikrichtung erwartet das gespannte Publikum bei so einer musikalischen Top-Besetzung?

Eisenhauer (begeistert): Bei diesen üblichen Verdächtigen heißt das auf jeden Fall viel Funk und viel Rock. Und alles mögliche andere. Sogar ein bisschen Neues Geistliches Lied ist dabei. Es ist laut und es knallt.

Zum Schauspiel und der Musik kommen noch weitere Elemente wie Tanz oder eingespielte Videosequenzen hinzu. Wie viele Leute hat es gebraucht, das Stück schließlich auf die Beine zu stellen?

Eisenhauer: Es waren rund 70 Leute beteiligt, von der Schminke, der Garderobe über die Technik, dem Video-Team, den Musikern bis hin zu den vier Tänzerinnen und den zwölf Schauspielern.

War die Inszenierung schon von Anfang an so aufwendig geplant?

Eisenhauer: Geplant war eigentlich gar nichts. Es ist einfach mit der Zeit immer weiter gewachsen. In ein paar Minuten beginnt die Hauptprobe. Da können noch einige Szenen herausfallen oder dazukommen. Es ist selbst jetzt immer noch weiter im Entstehen, quasi ein dauerhaftes "Work in Progress". Vielleicht werde ich gleich einige geänderte Szenen nicht wiedererkennen. Jens hat sie überarbeitet.

Bei der Fülle an eingebrachten Ideen: Findet die Zombie-Attacke überhaupt ein Ende?

Eisenhauer (grinst): Klar. Das Spektakel dauert gut 100 Minuten - ohne Pause. Die brauchen wir nicht, denn die Zuschauer kommen eh nicht raus. Das Velodrom ist ja von Zombies umzingelt. Es ist halt wie Kino - großes Kino.

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"Sommernachtsalbtraum auf St. Emmeram", Regensburger Velodrom. Premiere am 31. Januar. Weitere Vorstellungen:2.,3.,4.,8.,9.,10.,11.,13.,14.,15.,16.,18.,19. und 20. Februar sowie 16.,17.,18.,19.,21.,22.,23. und 24. April, jeweils 19.30 Uhr.
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