Violonistin Arabella Steinbacher bei Odeon-Konzerten in Regensburg
Gefühl für innigen Ton

Kultur
Regensburg
17.03.2016
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Von Stefan Rimek

Regensburg. Das Regensburger Publikum konnte die Violinistin Arabella Steinbacher bereits mehrmals erleben. Nun triti die gebürtige 34-jährige Münchnerin erneut bei der "Odeon"-Reihe im Audimax der Regensburger Universität auf, dieses Mal zusammen mit dem Kammerorchester "Festival Strings Lucerne".

Zwei Violinkonzerte von Mozart hat sie sich auf das Programm gesetzt und bei diesem Auftritt dürfte wohl jeder Fan des Salzburger Großmeisters ins Schwärmen kommen. Denn Arabella Steinbacher bietet vom ersten bis zum letzten Takt der Interpretationen Violinkunst auf höchstem Niveau. Das fängt schon mit der Präzision an, mit welcher sie im Konzert Nr. 4 in D-Dur (KV 218) die Dreiklangsbrechungen des Hauptthemas des Kopfsatzes in Szene setzt. Ihr filigranes Gefühl für einen innigen Ton kündigte sich bereits in der Kadenz des Kopfsatzes an und entfaltet sich im zweiten Satz zur vollen Größe, dessen Bezeichnung Andante cantabile Steinbacher alle Ehre macht. Die Perfektion, die sie auch in den sauber intonierten Doppelgriffen an den Tag legt, besitzt Seltenheitswert. Im Finalsatz beeindrucken zudem die ausdrucksstark gesetzten Ritardandi und Pausen in den Übergängen von den Couplets in des Rondothema. Was für das Konzert Nr. 4 gilt, vernimmt man in verstärktem Maße im Konzert Nr. 5 in A-Dur wahr. Noch etwas anspruchsvoller sind hier die Läufe und Doppelgriffe und auch diesem Anspruch wird Steinbacher auf beeindruckende Weise gerecht.

Kein Wunder dass das Publikum die Violinistin nicht ohne Zugabe ziehen lässt. So kann man sich noch an dem virtuos interpretierten ersten Satz aus Prokofjews Violinsonate erfreuen. Das Orchester, das vom Violinisten Daniel Dodds vom Konzertmeisterplatz aus hervorragend geschlossen und in kommunikativem Kontakt zur Solistin geleitet wird, zeigt seine Qualitäten bereits in der einleitenden Suite "Aus Holbergs Zeit" von Edvard Grieg und ganz besonders in der abschließend interpretierten Serenade für Streicher in C-Dur op. 48 von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky. Hier beweist das Orchester berührenden Sinn für die emotionalen Tiefen und sensibles Gespür für dynamische Verästelungen.

Auch hier erklatscht sich das Publikum im gut gefüllten Auditorium eine Zugabe, in Form von einer Interpretation von Tschaikowskys "Andante cantabile" für Streichorchester.
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