Weihnachts-Bonbon im Zelt

So kam der Weihnachtsmann auch noch nicht daher: Statt Rentierschlitten hoch auf dem Rhönrad. Bild: hou
Kultur
Regensburg
21.12.2015
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Nach zweieinhalb Stunden tanzt goldener Flitter aus der Zeltkuppel. Passend zum Walzer, zu dem sich Zuschauer und Artisten in der Manege wiegen. Finale einer gigantisch guten Show, die es in solch perfekter Form seit langem oberpfalzweit nicht gab. Roncalli ist da. Auf dem Dultplatz in Regensburg.

Regensburg. Schade eigentlich. Direktor Bernie Paul gab sich nicht die Ehre, als vor restlos ausverkauftem Zelt die Premiere des Weihnachtscircus in Szene gesetzt wurde. Der Meister hätte stolz sein können auf sein artistisches Personal, das den Abend zu einem Erlebnis für die 1500 Gäste werden ließ. Ohne Netz und doppelten Boden. Mit einem Programm, das an allen Schrauben der Sinne dreht: Von allem etwas, dazu ein Farbenrausch und der bei guten Zirkusunternehmen oft gestellten Frage, wie so etwas wohl gehen mag. Zum Beispiel dann, wenn sich jemand in einer Zehntelsekunde unterm Vorhang umzieht. Gut zwei Dutzend Mal in wenigen Minuten. Schier unglaublich.

Eigenes Orchester


Roncalli setzt auf Tradition. Begleitet von einem, wie es sich gehört, eigenen Orchester und mit der Sängerin Bluma als furiosem Auftakt. Dann wirbeln Körper durch die Luft, geht es rund unter der Kuppel, treiben Clowns ihre Späße. Zwischen höchst attraktiven jungen Damen übrigens, die sich im Abendkleid ebenso sehen lassen können wie im Bikini. Irgendwann erscheint Victor Minasov. Ein Mensch, der sich selbst in einem großen weißen Ballon gefangen nimmt. Hat man so noch nie gesehen.

Erst wird er zu einer Art überdimensionaler Glühbirne, dann schlüpft Minasov zur Gänze in die Gummihülle. Ein kräfteraubender Akt, reif für die Auszeichnung in Monte Carlo. Roncalli hat noch etliche andere solcher Attraktionen. Den Santa Claus Konstantin Mouraviev auf seinem Rhönrad, die kleinen und großen Pferde von Karl Trunk (übrigens die einzige Tiernummer) und das Duo Minasov. Der Ballonkünstler noch einmal.

Mit Partnerin auf atemberaubender Rekordjagd. Fast wie in Las Vegas: Umkleiden so rasch wie ein Wimpernschlag. Rationell nicht nachvollziehbar. Und deshalb eine der besten Nummern in diesem Roncalli-Weihnachtscircus. Copperfield würde es gefallen. Einer zieht immer wieder die Blicke auf sich. Wuschelfrisur wie Rod Stewart, Titelheld auf Programm und Plakat. Gabor Vosteen heißt er und kann auf vier Flöten auf einmal spielen. Ein Künstler der ganz besonderen Art, mit den Fähigkeiten besten Entertainments ausgerüstet. Erst allein in der Manege, dann mit Leuten aus dem Publikum. Schräge Töne, dann wieder Sound vom Feinsten. Völlig neu. So zuvor noch nie gesehen.

Noch bis 3. Januar


Zum Finale regnet es goldenen Flitter. Noch ein Walzer mit dem Publikum. Dann stehen alle Akteure draußen im Foyer, genießen das Lob der Leute und freuen sich darüber wie die Kinder bei der Bescherung. Weihnachtscircus eben. Noch bis zum 3. Januar auf dem Regensburger Dultplatz zu sehen.

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Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon: 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0
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