Wonne zwischen Himmel und Erde

Der Herbstwind treibt die Wolken übers Land. Das Bild von Regine Herzog ziert das Novemberblatt des "Kunstpartner"-Kalenders 2016. Repro: Wolke
Kultur
Regensburg
26.11.2015
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Da soll mal einer sagen, die Landschaftsmalerei wäre unmodern. Die Macher des "Kunstpartner"-Kalenders 2016 belehren die Allgemeinheit eines Besseren. Und zwar ein ganzes Jahr lang. Monat für Monat sind sie hier zu sehen: Gipfel, Dünen, Seen und Wolken.

"Erde und Wind" lautet der Titel des diesjährigen "Kunstpartner"-Kalenders. In bewährter Weise haben die Initiatoren Wilma Rapf-Karikari und Ingo Kübler dafür 13 Künstler aus der Region um einen Beitrag gebeten: zwölf für die Kalenderseiten, eine für das Titelblatt. Letzteres schlägt dann auch gleich aus der Reihe: Ergehen sich die Kollegen in mehr oder weniger abstrakten aber dennoch eher klassischen Auslegungen des Genres Landschaft, so zeigt Christina Kerschers Radierung auf dem Titelblatt ein Windrad. Die technisierte Auslegung von Erde und Wind mag am Alter der Künstlerin liegen. Christina Kerscher wurde 1990 geboren.

Winter-Stimmung

Ansonsten gilt für den neuen Kalender: Selten konnten sich die Kunstpartner in einer so schlüssigen Aufteilung der einzelnen Blätter ergehen. Im Februar verströmen die abstrakten Blautöne Aldo Canins' die eiskalte Stimmung eines Wintertages. Im Mai wird es farbiger, wenn auch nicht unbedingt lieblich dank Bernhard Maria Fuchs' "Toskana Sturm".Im Juli rösten erdige Töne vor einem azurblauem Hintergrund - das ist Matthias Schlüters "Mediterrane Landschaft". Vom Sturm gepeitscht wütet der Himmel bei Regine Herzog im November. Es ist herrlich leicht, die einzelnen Seiten in Verbindung mit dem jeweiligen Monat zu bringen. Landschaftsmalerei funktioniert dabei auch fernab einer realitätsgetreu-biederen Darstellungsweise, das zeigt der "Kunstpartner"-Kalender ganz nebenbei.

Dass der Kalender die Kunst an die Allgemeinheit bringt, ist übrigens wörtlich gemeint. Denn das gute Stück hängt dort, wo sich das Leben abspielt. Büros, Arztpraxen, Kanzleien, das ist die Zielgruppe dieser ungewöhnlichen Art der Kunstvermittlung. Dabei zeichnet den Kalender noch eine weitere Besonderheit aus. Man kann ihn nicht kaufen, zumindest nicht als Privatperson im Geschäft. Förderer aus der Wirtschaft greifen den Machern des Kalenders finanziell unter die Arme. Diesen "Kunstpartnern" obliegt es dann, die Exemplare an ihre Partner, an Kunden und Freunde zu verteilen.

Breite Plattform

Die Grundidee des Konzepts lautet: Der "Kunstpartner"-Kalender, der sich finanziell selbst trägt, ist in erster Linie ein Geschenk. Und zwar an die neuen Besitzer und auch an die Künstler. Denn die erhalten hier ganz nebenbei eine breite Plattform.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.kunstpartner.eu.
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