"An das glauben, was man macht"

Andrea Madesta führt seit einem halben Jahr erfolgreich die Galerie Peter Bäumler in Regensburg. Derzeit stellt sie Arbeiten des Regensburger Künstlers Hans Lankes aus. Bild: Wolke
Lokales
Regensburg
25.09.2014
34
0

Braucht es Mut, um eine Kunstgalerie zu führen? "Ja!" Andrea Madesta antwortet auf diese Frage hin aus tiefster Überzeugung. "Der Faktor Kunst ist immateriell", so ihre Erklärung. "Das in einen geschäftlichen Rahmen zu bringen ist schwierig."

Die Kunsthistorikerin und ehemalige Direktorin des Kunstforums Ostdeutsche Galerie ist dabei noch ein vergleichsweise geringes Risiko eingegangen. Im März dieses Jahres übernahm Madesta in Regensburg die etablierte Galerie Peter Bäumler. Ihr Fazit nach dem ersten halben Jahr: "Es läuft gut."

Gotische Gewölbe überspannen die Räume in der Oberen Bachgasse. Im Kontrast dazu die zeitgenössischen Arbeiten des Regensburger Künstlers Hans Lankes: Messerschnitte aus schwarzem Papier, die verschiedene Einflüsse der Kunst verarbeiten, in ihrer Gesamterscheinung aber erfrischend neu sind. Daneben gibt es Werke von Nina Rike Springer. Deren Fotoarbeiten unterscheiden sich von den Bildern Lankes' durch ihre Farbigkeit, haben aber eine vergleichbare Ästhetik.

Künstlern Raum bieten

Die aktuelle Ausstellung in der Galerie Peter Bäumler - den Namen hat Andrea Madesta beibehalten - steht für das Programm der neuen Leiterin: "Ich arbeite mit jungen Künstlern, auch im lokalen Bereich", erklärt Madesta. Den Künstlern einen Raum anzubieten, in dem sie sich präsentieren und entfalten können, ist das eine Ansinnen der Galeristin. Den Kunden eine hochqualitative Beratung zukommen zu lassen, das andere. Beides scheint zu funktionieren. "Ich bin hier mit einem sehr positiven Feedback aufgenommen worden", resümiert Andrea Madesta über ihre ersten Monate als Galeristin. Indem sie sich verstärkt an ein jüngeres Publikum wendet, unterscheidet sich Madesta von ihrem Vorgänger Peter Bäumler, mit dem sie nach wie vor in freundschaftlichem Kontakt steht.

"Jung" bedeutet für sie aber nicht automatisch auch das Alter der vertretenen Künstler. "Es geht mitunter auch um einen frischen Blick auf ein Oeuvre", so Madesta. Bestes Beispiel dafür ist Heiner Riepl. Den Schwandorfer Künstler hat Andrea Madesta anhand seiner Papierarbeiten vorgestellt. Und mit Arbeiten von Georg Baselitz zusammengeführt.

Das ist ein weiterer Ansatz Andrea Madestas: Es sind meist zwei Künstler, die sie gemeinsam ausstellt. Internationale Größen ebenso wie bekannte lokale Namen. "Ich bin konzeptioneller", dadurch unterschiedet sie sich selbst von Peter Bäumler. Eine andere Blickweise, die sie einer jüngeren Generation zuschreibt. "Kunst braucht heute eine andere Form von Kommunikation", davon ist Madesta überzeugt.

Aus Überzeugung führen

Ganz wichtig auch: die Begeisterung. Und zwar die eigene ebenso wie die der Kunden. Eine Galerie muss man aus Überzeugung führen", hält Madesta fest. "Man muss an das glauben, was man macht." Denn dann kann man den Funken weitergeben an die Kunden. Die kaufen nämlich dann, wenn sie sich in eine Arbeit verliebt haben, das weiß Madesta.

Der Stadt Regensburg stellt die Galeristin hinsichtlich des Kunstverständnisses ein gutes Zeugnis aus. Mit etwa sechs bis sieben Ausstellungen pro Jahr will Andrea Madesta diesem Interesse entgegenkommen. Ein Wunschprojekt der Galeristin ist auch die verstärkte künstlerische Beratung von Unternehmen. Ein Risiko also? Nur bedingt, denn: "Ich bette mich in die Galerienlandschaft ein, so wie es schon vorher war."

___

Die Galerie Peter Bäumler befindet sich in der Oberen Bachgasse 16 in Regensburg. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag von 11 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung. Weitere Infos unter Telefon 0941/89939801.

___

Weitere Informationen im Internet:

http://www.galerie-baeumler.de
Weitere Beiträge zu den Themen: Magazin (11335)September 2014 (8409)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.