"Beispiel und Vorbild für uns alle"

Lokales
Regensburg
23.10.2014
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Sie haben nicht gezögert, anderen Menschen zu helfen: Am Dienstag zeichnete Regierungspräsident Axel Bartelt Lebensretter aus. Fünf von ihnen waren aus der Region. Erstmals ging die Auszeichnungen nicht nur an menschliche Helden.

Die Regierung der Oberpfalz hat zu der Ehrung auch Hunde in den Spiegelsaal geladen: Heidi und Helga Götzl aus Erbendorf, Schwestern und Hundeführerinnen, hatten Malici und Fynn mitgebracht.

Die vier hatten Großes vollbracht, als im Juni 2013 eine 69-Jährige nicht ins Seniorenheim zurückgekehrt war. Nachdem die Frau mehr als zwölf Stunden vermisst war, bestand höchste Eile. Hündin Malici nahm eine Fährte auf und verfolgte sie bis zu einem Waldstück am Galgenbach, wo Heidi Götzl die entkräftete und unterkühlte Frau im Gestrüpp fand und Erste Hilfe leistete. Mit ihrer Schwester betreute sie die Frau bis zum Eintreffen der Rettungskräfte.

Im November 2013 hatten die beiden Streifenbeamten Jürgen Lautner aus Immenreuth und Helmut Striegl aus Kemnath den Auftrag, an der Bahnbrücke zwischen Neusorg und Riglasreuth nach einem 55-Jährigen zu fahnden. Es lag der Verdacht vor, dass der Mann eine schwere Brandstiftung im Dienstbereich der Kriminalpolizei Bayreuth begangen hatte. Bereits am Vortag hatte der Gesuchte im Bahnbereich einen Suizidversuch unternommen, am Einsatzort fanden die Beamten den Mann wieder vor, worauf dieser sofort die Flucht ergriff. Er kletterte in der Mitte der Bahnüberführung auf das Geländer und hielt sich in 30 Metern Höhe nur noch an einer Eisenstange fest.

Jürgen Lautner sicherte den Einsatzort und hielt Kontakt zur Einsatzzentrale, während Helmut Striegl sich auf den nassen Balken der schneeglatten Brücke bis auf 15 Meter an den Mann annäherte. Nach mehreren Minuten guten Zuredens brachte Striegl den Mann von seinem Vorhaben, sich in die Tiefe zu stürzen, ab. Der Flüchtige stieg vom Geländer und konnte in Gewahrsam genommen werden.

Aus einer lebensbedrohlichen Lage rettete Saskia Zeus aus Mitterteich einen 14-Jährigen. Im Juni 2013 rauchten auf der Liegewiese des Mitterteicher Freibads drei junge Männer aus der Region gemeinsam eine über das Internet bestellte Kräutermischung. Bei dem 14-Jährigen löste der Konsum heftige Übelkeit aus. Als seine Begleiter das merkten, entfernten sie sich von dem hilflosen jungen Mann. Der 14-Jährige übergab sich und wurde bewusstlos. Als Saskia Zeus den Vorfall bemerkte, leistete sie sofort Erste Hilfe. Außerdem verständigte sie den Bademeister und hielt alle am Vorfall Beteiligten an, vor Ort zu bleiben.

Bartelt überreichte Medaillen und Urkunden und dankte den Lebensrettern. Immer wieder höre man, dass Menschen wegschauen, sich nicht um Nachbarn gekümmert haben, ja sogar weggelaufen sind, wenn Menschen in Gefahr waren, sagte der Regierungspräsident. "Sie sind nicht weggelaufen, sie haben nicht weggeschaut, sie haben gehandelt", richtete sich Bartelt an die Geehrten.

"Sie sind Beispiel und Vorbild für uns alle." Die Taten der Lebensretter würden Hochachtung und eine öffentliche Anerkennung verdienen. Durch das Verhalten der Retter solle die Bevölkerung aufgerüttelt werden, ebenfalls zu helfen, wenn sich ein Mitbürger in Gefahr befindet.
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