Christian Brand und seine Spieler geben sich nach dem Sieg gegen Rekordmeister FC Bayern ...
Jahn-Trainer: "Ich weiß, dass unsere Jungs gut sind"

So lässig Kolja Pusch jubelt, so cool versenkte er den Strafstoß zuvor, der den 1:1-Zwischenstand markierte. Bild: bwr
Lokales
Regensburg
05.09.2015
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Der FC Bayern München zieht die Massen an - selbst wenn er mit einem Rumpfkader anreist. Beim Testspiel zwischen dem SSV Jahn Regensburg und dem Rekordmeister am Donnerstag waren nur fünf Profis dabei: Philipp Lahm, Xabi Alonso, Sebastian Rode, Sven Ulreich und Sinan Kurt. Trotzdem drängten über 15 000 Fans ins Stadion.

Verzicht auf Symbolik

Viele kamen im Bayern-Trikot. Die Anhänger des FCB feuerten ihre Spieler auch kräftig an. Spätestens nach der Aufholjagd (wir berichteten) der Regensburger änderten sich die Machtverhältnisse, was die Anfeuerungsrufe betrifft. Immer wieder riefen die Jahn-Fans: "Hier regiert der SSV!" Nach dem 3:1 war aber niemand so richtig unglücklich.

Lahm sah das Spiel als "einen guten Test". Vor allem, weil an der Säbener Straße aktuell nur vier Profis trainieren (Sinan Kurt spielt in der zweiten Mannschaft). Von der Continental-Arena zeigte sich der Kapitän angetan. Er bezeichnete sie als "sehr schön" und einen "Fortschritt zum alten Stadion". Die Bayern waren letztmals im DFB-Pokal im August 2012 in Regensburg angetreten. Der Rekordmeister hatte 4:0 gesiegt. Dieses Mal gingen die Oberpfälzer als Sieger vom Platz. Kolja Pusch holte nach dem Rückstand - Mehmet Scholls Sohn Lucas brachte Bayern mit 1:0 in Führung - einen Elfmeter heraus und verwandelte den fälligen Strafstoß selbst. "Ich habe mir einfach den Ball geschnappt und wollte unbedingt das Tor machen", sagte er nach dem Schlusspfiff. Vor dem Spiel habe er sich nicht viele Gedanken gemacht: "Wir wollten unsere Leistung bringen, den Zuschauern ein super Spiel bieten und Gas geben." Für den Regionalliga-Kicker sei es "wirklich Wahnsinn" gewesen, gegen so erfahrene Spieler wie die beiden Weltmeister Lahm und Alonso zu spielen: "Gerade Alonso. Er spielt super Pässe und hat ein super Auge."

Auch wenn die Bayern wegen der vielen Spieler, die mit der Nationalmannschaft auf Reisen sind, nicht in Bestbesetzung antraten, bilanzierte Jahn-Trainer Christian Brand: "Das schmälert keineswegs unsere Leistung. Ich weiß, dass unsere Jungs gut sind." Für die Einstimmung auf das Spiel habe er auf Symbolik und Gestik verzichtet. Die Ansage sei sehr einfach gewesen: "Wir spielen unser Spiel, jeder hat seinen Auftrag." Brand lobte die hohe Intensität, die der Jahn ins Spiel brachte und erklärte: "Es war ein super Test. Wir konnten alle Pferdchen an den Start schicken."

Trikots für die Ordner

Mit dabei war auch Fabian Trettenbach nach überstandener Verletzung: "Es ist natürlich eine ganz andere Belastung, nachdem ich so lange weg war." Es sei ein gutes Erlebnis gewesen, mit gestandenen Profis und vor ausverkauftem Haus auf dem Platz zu stehen. Der Jahn-Spieler ließ aber noch etwas tiefer blicken: "Um ehrlich zu sein: Bei den Bayern waren drei, vier Leute aus der ersten Mannschaft dabei, der Rest waren Jugendspieler. Dass wir uns da was ausgerechnet haben, brauchen wir keinem erzählen." Nach dem Abpfiff dauerte es nicht lange, bis der Bayernbus abfuhr. Innerhalb einer halben Stunde waren die Stars und Nachwuchskicker weg. Das befürchtete Verkehrschaos vor dem Anpfiff blieb aus. Ein paar Fans staubten begehrte Autogramme und Selfies ab. Besonders freuen durften sich einige Ordner. Verantwortliche des FC Bayern übergaben ihnen kurz vor der Abreise Trikots der Spieler. Noch ein paar Gewinner an diesem Abend.
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