Das Aus im Elfmeter-Krimi

Eine brenzlige Situation im Amberger Strafraum: Kai Hempel (am Ball) kann gerade noch vor Marcel Hofrath (links) klären. Rechts neben Hempel Alexander Jobst, in der Mitte FC-Kapitän Michael Plänitz und Thomas Lincke (Zweiter von rechts). Der FC Amberg ist am Mittwoch durch die 4:6-Niederlage nach Elfmeterschießen beim SSV Jahn Regensburg aus dem Verbandspokal ausgeschieden. Bild: Ziegler
Lokales
Regensburg
10.09.2015
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Nach 90 Minuten steht es vor 3463 Zuschauern in der Continental-Arena 2:2 zwischen dem großen Favoriten Jahn Regensburg und dem FC Amberg. Die Entscheidung im Toto-Pokalspiel hängt nun von den Nerven der Elfmeterschützen ab.

Und da hat der SSV Jahn Regensburg die besseren und steht nach dem FC Memmingen, TSV Buchbach, SC Eltersdorf, SV Schalding-Heining als weiterer Viertelfinalist fest. Die Mannschaft von Trainer Christian Brand setzte sich mit 6:4 (2:2/1:0) nach Elfmeterschießen durch und steht in der Runde der letzten Acht, die am 5. und 6. April 2016 ausgespielt wird.

Defensivere Aufstellung

Gegenüber dem 0:1 am Wochenende bei der SpVgg Unterhaching veränderte der Amberger Coach seine Startformation auf drei Positionen: Michael Dietl, Junior Torunarigha und Sebastian Hauck saßen zunächst auf der Bank. Für sie begannen dieses Mal Kai Hempel, Tobias Wiesner und Christian Knorr - Rost wählte eine etwas defensivere Aufstellung.

Regensburgs Trainer Christian Brand stellte nach dem 1:0-Auswärtserfolg bei den Amateuren des TSV 1860 München gleich siebenmal um: Marc Lais, Marvin Knoll und Jann George fehlten komplett, Markus Ziereis, Kolja Pusch, Philipp Pentke und Uwe Hesse schauten zunächst nur zu. Für sie rückten David Pokorny, Martin Tiefenbrunner, Ali Odabas, Sven Kopp, Fabian Trettenbach, Daniel Schöpf und Andreas Jünger in die Anfangs-Elf.

Schnelles Gegentor

Und wieder kassierte der FC Amberg ein schnelles Gegentor: Ein Freistoß von Daniel Schöpf segelte in den Amberger Strafraum, wo Frank Lincke und Thomas Kurz zum Kopfball hochstiegen. Kurz war und machte aus kurzer Distanz das 1:0 (7.). Ein Treffer, der dem Regionalliga-Spitzenreiter in die Karten spielte, und der in der Folgezeit weitaus mehr Spielanteile und Zug zum gegnerischen Kasten hatte. Der FCA fand kein Mittel, um die Jahn-Elf wirklich auszuhebeln.

Bis zur 16. Minute, als die Gäste erstmals etwas gefährlich vors Regensburger Tor kamen: Doch Marco Wiedmanns zögerlicher Versuch mit links wurde von der SSV-Abwehr abgeblockt, und Daniel Schöpf es aus 20 Metern versuchte, doch in FCA-Keeper Matthias Götz seinen Meister fand (25.).

FC wird offensiver

Erst aber der 30. Minute suchte entschiedener den Weg nach vorne. Allerdings blieben Chancen weiterhin Mangelware. Entweder der letzte Pass war zu ungenau, oder die Jahn-Defensive erstickte die Amberger Bemühungen schon frühzeitig im Keim. Zielstrebiger blieben die Platzherren: So in der 37. Minute, als Schöpf das Leder ans Außennetz des FCA-Gehäuses nagelte. Nur 60 Sekunden später dann die beste Möglichkeit der Vilsstädter, als der durchgebrochene Christian Knorr gerade noch abgeblockt wurde und Julian Ceesay aus 28 Metern weit am linken Pfosten vorbeizielte (45.) - die letzten Aktionen einer eher durchschnittlichen ersten Halbzeit.

Die zweite begannen die Teams in unveränderten Aufstellungen und der FC Amberg kam weitaus aktiver aus der Kabine. Doch mehr als zunächst ein Freistoß, den Thomas Schneider (49.) weit über die Latte zirkelte, sprang nicht heraus. Besser machte es da schon Marcel Hofrath, bei dessen Hammer sich Götz schon gewaltig strecken musste, um ihn über die Latte zu lenken (52.).

Frischer Stürmer

Der letzte Weckruf für den FCA, der ab diesem Zeitpunkt mehr Druck machte, während der Jahn durch Konter stets gefährlich war. Ambergs Trainer Rost gab Signal, den Rückstand aufzuholen, als er in der 62. Minute Außenverteidiger Alexander Jobst vom Platz nahm, auf eine Dreier-Kette umstellte und mit Junior Torunarigha einen frischen Stürmer brachte.

Ein Schachzug, der sich lohnen sollte: Denn Torunarigha wurde in der 64. Minute von Thomas Kurz im Strafraum gehalten und zu Boden gezogen - Elfmeter. Den verwandelte Kapitän Michael Plänitz sicher (65.) zum 1:1. Und der FCA marschierte weiter. Tobias bereitete das 2:1 vor: Seine Flanke, oder vielmehr Schuss, von links klatschte an die Latte, und fiel dann Christian Knorr vor die Füße. Der vollstreckte aus spitzem Winkel von der anderen Seite zur Führung (72.), die Torunarigha nur 120 Sekunden später fast auf 3:1 ausgebaut hätte. Doch Pokorny tauchte rechtzeitig ab. Dafür setzte es den Ausgleich: Die Jahn-Offensive hebelte durch schnelles Spiel die FCA-Abwehr aus, so dass Hofrath aus kurzer Distanz keine Mühe hatte.

Gelb-Rot für Knorr

Zudem kassierte Knorr in einer immer hektischer werdenden Partie nach zwei Fouls die Gelb-Rote Karte (78.). Und dafür fast noch bestraft wurden, als Götz reaktionsschnell gegen Kolja Pusch Sieger blieb (86.) - eine Glanztat, die den FC ins Elfmeterschießen rettete.

An den Pfosten

Dort hatte Amberg zunächst die Nase vorne, als Götz gegen Pusch parierte, ehe Silas Göpfert den Pfosten anvisierte und Pokorny gegen Sven Seitz hielt - das Aus für den FC, der bei mehr Cleverness den Favoriten aus dem Rennen hätten werfen können.
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