Die Kunst an den Mann bringen

Flanieren im Konsumtempel der Kunst: Die Kunstmesse Regensburg, die dieses Wochenende zum zweiten Mal stattfindet sieht sich zwar nicht als rein kommerzielle Veranstaltung. Der Schwerpunkt ist allerdings klar gesetzt. Bild: Wolke
Lokales
Regensburg
21.11.2015
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"Unbedingt wieder!" Das schrieben viele begeisterte Besucher der ersten Kunstmesse Regensburg vor zwei Jahren ins Gästebuch. Nun gut. Der Verkaufsschlager des Berufsverbandes Bildender Künstler (BBK) Niederbayern /Oberpfalz geht in die zweite Runde.

Auf zwei Etagen der Städtischen Galerie breiten sie sich bis Sonntag, 22. November, im "Leeren Beutel" Regensburg und Umgebung aus: Künstler in klassischen Messekojen und hinter Verkaufsständen. Denn, so betonte es Oberbürgermeister Joachim Wolbergs bei seiner Einführungsrede: "Kunst ist auch zum Kaufen da." Zum Abbau einer gewissen Hemmschwelle zwischen Käufer und Künstler hat sich die Kunstmesse Regensburg bereits bei ihrem ersten Auftritt vor zwei Jahren bewährt. Der "volle Erfolg", den die Messeleiter Falko Gaulke und Stefan Bircheneder damals verbuchen konnten, soll nun wiederholt werden.

85 Künstler

Und zwar in ausgedehnterem Maße. Auf 85 ausstellende Künstler konnte dieses Mal aufgestockt werden. Von bekannten Namen der Region über Nachwuchskünstler aus ganz Deutschland bis hin zu Gastkünstlern aus Tschechien ist alles dabei. Es gibt übermalte Fotografien von Maria Maier, Collagen von Tom Kristen, Messerschnitte des Newcomers Hans Lankes, Schmuck von Brigitte Berndt und ein kinetisches Gefährt von Tone Schmid (Weiden).

Kunstaktionen wie etwa "Face the Euro" sorgen dafür, dass die Kunstmesse Regensburg keine reine Kommerzveranstaltung ist. Die wandelbare Installation von Daniel Zakharov und Sebastian Hennig, die vorher bereits in Köln und Amsterdam zu sehen war, geht auf das Verhältnis Geld und Gesellschaft ein. Fünf-Euro-Scheine brauchen hier nicht ausgegeben werden sondern werden mit fotografierten Porträts der Besucher bedruckt.

Mehr als nur eine Messe

Auch großräumige Installationen in der benachbarten Minoritenkirche sowie im Neuen Kunstverein um die Ecke und in der mobilen "Kunsthalle Pertolzhofen" sprengen den Rahmen der reinen Messe. Lesungen und Konzerte sorgen für ein buntes Rahmenprogramm. Grundsätzlich ist das Format der Präsentation jedoch kein museales. Denn, so der BBK-Vorsitzende Ludwig Bäuml in seiner Begrüßung: "Den Künstlerinnen und Künstlern wird ein Podium geboten, sich nicht nur zu präsentieren." Es gehe auch um den Dialog mit dem Besucher und - nicht zuletzt - darum, Käufer zu finden. Soll heißen: "Der BBK Niederbayern/Oberpfalz möchte mit der Kunstmesse dazu beitragen, die Kunst an den Mann bzw. an die Frau zu bringen." Jederzeit und unbedingt wieder!

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Die Kunstmesse Regensburg läuft diesen Samstag von 10 bis 22 Uhr und Sonntag von 10 bis 18 Uhr in und im den "Leeren Beutel", Bertoldstraße 9, in Regensburg.

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Weitere Informationen im Internet:

www.kunstmesse-regensburg.de
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