Einmaliges "Wall"-Erlebnis im Schlosshof

In einer exklusiv für die Festspiele produzierten einzigartigen Konzert-Show bringen die Regensburger "Local Heroes" um (von rechts vorne) Markus Engelstädter, Steffi Denk, Lisa Wahlandt und Gerwin Eisenhauer (links hinten mit Mütze) eines der größten Meisterwerke der Rock-Geschichte auf die Thurn-und-Taxis-Bühne. Bild: Uli Zrenner-Wolkenstein/Odeon-Concerte
Lokales
Regensburg
13.06.2015
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Für Pink Floyd war "The Wall" ein Meisterwerk, für die Oberpfälzer Formation "Local Heroes" um Gerwin Eisenhauser, Steffi Denk, Lisa Wahlandt und Markus Engelstädter eine große Herausforderung: Bei den Regensburger Schlossfestspielen bringen sie diesen Rock-Klassiker auf die Bühne.

Vor kurzem war der gebürtige Weidener Schlagzeuger Gerwin "Geff" Eisenhauser mit seiner Jazz-Formation "Trio Elf" auf Konzerttour in Brasilien, jetzt über er fleißig mit Oberpfälzer Musikgrößen für die Thurn-und-Taxis-Schlossfestspiele. Am Dienstag, 21. Juli (20.30 Uhr) hat dort Pink Floyds Meisterwerk "The Wall" Premiere. Der Kulturredaktion erzählt er im Interview, wie es zu diesem außergewöhnlichen Projekt kam.

Als "The Wall" von Pink Floyd 1979 erschien, waren sie zwölf Jahre alt. Im Vorgespräch erzählten Sie mir, dass dies Ihre erste Platte war, die Sie sich gekauft haben. Welche Erinnerungen haben Sie daran?

Gerwin Eisenhauer: Das erste mal habe ich "Another Brick In The Wall" 1979 als Neuzugang in den "Schlagern der Woche" auf Bayern 3 am Freitag um 18 Uhr gehört und war sofort total begeistert. Zu dieser Zeit bekam ich auch meinen ersten Plattenspieler und hab mir die Single dann vom Taschengeld beim "Heuberger" in der Sedan-Straße gekauft. Klingt ziemlich "old school", oder? Aber einige der älteren Leser werden sich sicher noch erinnern. Dann musste ich sparen und hab mir vom nächsten Taschengeld das Doppelalbum gekauft, das dann fast ein halbes Jahr ununterbrochen auf dem Plattenteller lag. Es war die erste LP, zu der ich zu Hause auch getrommelt habe. Im Endeffekt hat sie mich meine ganze Jugend begleitet.

Mit Ihrer Formation "Trio Elf" waren Sie gerade in Brasilien unterwegs. Jetzt bringen Sie mit den "Local Heroes" bei den Regensburger Schlossfestpielen "The Wall" auf die Bühne. Wie kam es zu diesem Projekt?

Eisenhauer: Im Prinzip trage ich mich schon lange mit dem Gedanken, jedoch ist der Aufwand enorm. Eine große Band, eine Menge Sänger und Background-Chor, Streicher, klassische Percussion, ein Kinderchor, Kammerchor - fast 150 Mitwirkende! Es ist nicht einfach, ein Auftrittsformat zu finden, in dem das überhaupt realisiert werden kann. Die Regensburger Schlossfestspiele sind so ein Festival, das ein solches Unterfangen stemmen kann. Ich habe mich 2014 mit Reinhard Söll, dem Veranstalter der Schlossfestspiele, getroffen und ihm die Idee vorgetragen. Sie hat ihm gleich gefallen. Ich glaube, er mag die Platte auch sehr gerne. Das war dann so etwas wie der Startschuss!

Was hat Sie gerade an "The Wall" gereizt? Und worin liegen die Besonderheiten beziehungsweise auch Schwierigkeiten, dieses Konzeptalbum umzusetzen?

Eisenhauer: "The Wall" ist für mich eines der besten Alben der Rockgeschichte. In den Songs von Roger Waters wird die Geschichte eines Musikers von Kindheit an erzählt,der sich immer mehr von der Welt abwendet, Aufbau und Abriss einer Mauer um die inneren Befindlichkeiten. Die Musik ist eines der gelungensten Beispiele, wie sich Rockmusik vom reinen Drei-Minuten-Song in eine fast ans Klassische grenzende Konzeption heranwagt. Wir werden in Regensburg die Songs von "The Wall" konzertant auf die Bühne bringen, das ist uns sehr wichtig und die Musik für sich sprechen lassen. Die Hauptschwierigkeit ist es 150 Leute zu koordinieren und zu einem Klangkörper zusammenzufügen. Da gerät man schon etwas ins Schwitzen.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit den wohl besten und auch überregional erfolgreichsten Musikern aus der Oberpfalz?

Eisenhauer: Im Endeffekt sind das alles die Freunde, mit denen ich schon über Jahrzehnte zusammenarbeite. Lisa Wahlandt, Steffi Denk und Markus Engelstädter braucht man in der Oberpfalz kaum mehr vorzustellen. Auch der Rest der Band besteht aus den "üblichen Verdächtigen", mit denen ich mich einfach blind verstehe. Das macht vieles einfach. Uli Zrenner Wolkensten am Bass und Andreas Blüml und Roli Müller an den Gitarren kenne ich auch schon seit Jahren. Bernd Meyer hat übrigens die Arrangements für das Streichorchester, die Chöre und die Band gebastelt, was auch ein Mammutprogramm ist und unglaublich viel Arbeit und Zeit erfordert. Aber seine Arbeit ist phantastisch geworden. Ich glaube, er war die letzten Wochen tagelang vor dem Rechner, der arme Kerl!

Bislang gibt es nur die Aufführungen bei den Festspielen. Gibt es schon weitere Überlegungen, "The Wall" öfters aufzuführen?

Eisenhauer: "The Wall" ist ein Werk, das wir ganz speziell für die Schlossfestspiele erarbeiten. Ich schätze es wird ein, im wahrsten Sinne des Wortes, "einmaliges" Ereignis!

Sie selbst spielen ja in unterschiedlichen Projekten. Auf was dürfen sich die Musikfreunde in der nächsten Zeit freuen?

Eisenhauer: Nach "The Wall" spiele ich noch einige Sommer Open Airs mit verschiedenen Projekten in Deutschland. Anfang August gehts dann mit Trio Elf nach Göteburg, wo wir uns eine knappe Woche einnisten, um unsere neue CD aufzunehmen. Es gibt dort ein phantastisches Studio, dessen Sound uns unglaublich gut gefällt. Dann hoffe ich auf einen kleinen Break, bevor die Herbsttour mit dem Trio losgeht. Ich war heuer in Mexico, USA und Brasilien auf Tour, hatte eine große Produktion mit "Der Sommernachtsalbtraum auf St.Emmeram" am Regensburger Theater, viel im Studio, spielte viele Konzerte. Ich hoffe sehr, dass Ende August noch eine Woche Urlaub mit der Familie rausspringt.

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Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unterTelefon: 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0 sowie 0941/296000.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.odeon-concerte.de http://www.trioelf.de/
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