Illustration zwischen Franco-Zeit und heute

Ein Held der spanischen Illustration: José Ramón Sánchez stellt derzeit im Neuen Kunstverein in Regensburg aus. Seine Bilder haben oft eine düster-romantische Stimmung. Bild: Wolke
Lokales
Regensburg
02.05.2015
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Seine Bilder schweben zwischen Poesie und Pop. José Ramón Sánchez schafft nächtliche Mondlandschaften im Stile Caspar David Friedrichs mit gleicher Leichtigkeit wie bunte Bilder zwischen Cartoon und Satire.

Zu seinem Werk gehören Kinderbuch-Illustrationen ebenso wie die Bebilderung des "Epos von Kantabrien", einer Auseinandersetzung zwischen Kantabrern und Römern im ersten Jahrhundert vor Christus. Und das ist nur ein Bruchteil. "Das Werk von José Ramón Sánchez ist immens", weiß Pedro Álvarez Olaneta. Von einer "unendlichen Menge" an Büchern und Bildern spricht der Leiter von "cinEScultura".

Für das spanische Film- und Kulturfestival haben Olaneta und sein Team den vielfach ausgezeichneten Künstler und Illustrator aus der spanischen Region Kantabrien nach Regensburg geholt. Eine Ausstellung im Neuen Kunstverein präsentiert den spanischen Star dem hiesigen Publikum. "Epos von Kantabrien vs. Heldentat von José Ramón Sánchez" lautet der Titel der Schau.

"Grafischer Lebenslauf"

Sánchez' eindrucksvolle Illustrationen des "Epos von Kantabrien", die in ihrer magischen Farbgebung zwischen Romantik, Heldenepos, Märchen und Schauererzählung angelegt sind, werden hier im Original gezeigt. Ergänzt wird die Serie durch einen "grafischen Lebenslauf" José Ramón Sánchez'. Soll heißen: Die Schaffensstationen des 1936 Geborenen werden schlaglichtartig anhand einiger seiner Bilder vorgestellt. Die Ausstellung präsentiert Illustrationen zu Klassikern wie "Don Quijote", der "Göttlichen Komödie" oder der Bibel. Bilder für Kinderbücher sind zu sehen, außerdem Plakatentwürfe für die linksgerichtete spanische Arbeiterpartei PSOE sowie Zeichnungen zum "großen Abenteuer Kino", der großen Leidenschaft des Künstlers.

Höchste Auszeichnung

"Die Arbeiten zeigen, mit welcher Beharrlichkeit dieser Illustrator seit der Franco-Zeit bis zum heutigen Tag kreativ war", heißt es im Ausstellungstext über Sánchez. In seiner Heimat ist der Künstler längst selbst eine Art Held. 2014 erhielt er dort den Nationalpreis für Illustration. Das ist so ungefähr das Höchste, was ein graphischer Künstler in Spanien erreichen kann.

Brücken schlagen

Bei der Vernissage im Neuen Kunstverein war José Ramón Sánchez selbst anwesend. Wenn er dort als Botschafter der spanischen Kultur auftrat, war das ganz im Sinne von "cinEScultura". Durch Kultur Brücken schlagen zwischen Spanien und Deutschland, das gegenseitige Interesse und Verständnis wecken und fördern: Das ist das Ziel des Festivals. Mit der Ausstellung über José Ramón Sánchez dürfte dies auf jeden Fall gelungen sein.

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Die Schau "Epos von Kantabrien vs. Heldentat von José Ramón Sánchez" läuft bis zum 24. Mai im Neuen Kunstverein, Schwanenplatz 4, in Regensburg. Öffnungszeiten sind Donnerstag und Freitag von 16 bis 19 Uhr, Samstag von 12 bis 15 Uhr. Weitere Infos zum spanischen Film- und Kulturfestival gibt es unter www.cinescultura.de
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