Junger Angeklagter aus dem Städtedreieck erscheint nicht - Vergebliche Suche
Katz- und Mausspiel mit Justiz

Lokales
Regensburg
20.06.2015
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Ein 20-Jähriger aus dem Drei-Städte-Dreieck sollte am Donnerstag vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Regensburg unter Vorsitz von Richterin Frauke Helm erscheinen. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn wegen Beleidigung in zwei Fällen, Diebstahl und Körperverletzung in zwei Fällen angeklagt. Doch Richter, Staatsanwältin und Verteidigerin warteten vergeblich auf den Angeklagten.

Während der einstündigen Unterbrechung versuchten Polizeibeamte vergeblich, ihm unter seiner Wohnanschrift habhaft zu werden. Dafür meldete er sich in dieser Zeit telefonisch bei der Geschäftsstelle des Amtsgerichts und erklärte, er stünde vor dem Justizgebäude und wisse nicht wo er hin solle. Obwohl er den Weg zum Sitzungssaal von einem früheren Verfahren her kennen sollte, kam er jedoch dort nicht an. Auch eine aufwendige Suche rund um das Gerichtsgebäude blieb ohne Erfolg. Er war wie vom Erdboden verschluckt.

Geduld verloren

Schließlich riss Richterin Helm der Geduldsfaden und sie erließ Haftbefehl gegen den jungen Mann. Dem Anklagesatz der Staatsanwaltschaft zufolge soll der Angeklagte im März vergangenen Jahres eine etwa Gleichaltrige im Städtedreieck übelst beschimpft haben.

Einer anderen Frau stahl er vier Monate später aus ihrer Geldbörse die EC-Karte und 200 Euro Bargeld, um kurz darauf ein anderes Opfer mit einem Kopfstoß zu attackieren. Im September letzten Jahres suchte der laut Anklage zu mitternächtlicher Stunde eine Frau auf. Er schlug ihr mit einem metallischen Gegenstand zunächst gegen den Hals und anschließend mit der flachen Hand in das Gesicht. Um sicher zu gehen, dass die Prozessbeteiligten und die Zeugen nicht noch einmal vergeblich auf den Angeklagten warten wird erst dann ein neuer Verhandlungstermin anberaumt, wenn er hinter Schloss und Riegel sitzt und damit sein Erscheinen gewährleistet ist.
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