"Phantastische und skurrile Welten"

Daniel Spoerri ist der Erfinder des "Fallenbildes" und außerdem Träger des Lovis-Corinth-Preises 2016. Regensburg darf sich auf eine große Retrospektive dieses ungewöhnlichen Künstlers freuen. Bild: Museum
Lokales
Regensburg
26.09.2015
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Ein Forum der Kunst: Diesem Anspruch wird die Ostdeutsche Galerie in Regensburg auch im kommenden Jahr gerecht. Fotografie, Grafik, Objektkunst: Dem Kunstforum steht 2016 ein vielseitiges Jahr bevor.

Mit nur drei, dafür aber "völlig verschiedenen" Sonderausstellungen setzt das Haus auf Qualität. Den Beginn des neuen Ausstellungsjahres markiert dabei eine weitere Schau, die noch diesen Herbst eröffnet wird und bis in den Januar hinein läuft: "Messerscharf und detailverliebt" lautet der Titel der Präsentation, die Werke der Neuen Sachlichkeit vorstellt. Die Ausstellung ist vom 30. Oktober 2015 bis zum 31. Januar 2016 zu sehen. Weiter geht es dann ab März mit einer Schau, die in bewährter Zusammenarbeit mit dem Museum Folkwang in Essen entstanden ist. "Detlef Orlopp. Nur die Nähe - auch die Ferne. Fotografien" kommt vom 5. März bis zum 5. Juni 2016 nach Regensburg.

Gezeigt werden rund 150 Arbeiten des 1937 in Ostpreußen geborenen Fotografen Detlef Orlopp. Seine oft in Serien angelegten Schwarz-Weiß-Bilder hält er in formaler Strenge fest. Minimal, Land und Conceptual Art fließen hier zu einer Form "absoluter Fotografie" zusammen.

Ab Juli: Alfred Kubin

Die darauf folgende Sonderausstellung im Kunstforum widmet sich Alfred Kubin. Vom 1. Juli bis zum 18. September 2016 werden nicht nur Papierarbeiten des Grafikers gezeigt. Auch Stücke aus Kubins ehemaliger Privatsammlung gelangen an die Öffentlichkeit.

Dabei handelt es sich um rund 100 Arbeiten von Künstlern Albrecht Dürer, Edvard Munch, Max Beckmann und Paul Klee. "Wir werden diesen manischen Zeichner zusammen mit den Werken sehen, die ihn inspiriert haben", äußert sich Museumsleiterin Dr. Agnes Tieze zu der Ausstellung.

Zum Jahresabschluss zeigt das Kunstforum dann die Schau zum Lovis-Corinth-Preis 2016. Dieser geht diesmal an den rumänisch-schweizer Künstler Daniel Spoerri. Eine große Retrospektive stellt diesen Erfinder der "Fallenbilder" - Assemblagen aus Alltagsdingen wie benutztem Geschirr oder Essensresten - und der Eat-Art vor.

Die Ausstellung, die vom 23. Oktober 2016 bis zum 26. Februar 2017 geht, würdigt das komplexe Lebenswerk Spoerris ganz nach dessen Maxime: "Kunst ist das Leben - Leben ist Kunst."

"Ich freue mich sehr, dass wir mit den beiden Gegenwartskünstlern Detlef Orlopp und Daniel Spoerri zwei ganz unterschiedliche Positionen sehen werden." So fasst Agnes Tieze den bevorstehenden Kontrast zwischen formaler Strenge und unkontrolliertem Wuchern zusammen."Unser Jahresprogramm entführt die Besucher in phantastische und skurrile Welten", verspricht die Direktorin des Kunstforums weiter.

Nur eingeschränkt

Untermalt werden die Ausstellungen auch im kommenden Jahr durch ein gewohnt umfangreichen Programm. Dazu gehören Führungen, Kunstsprechstunden, das Kunstfrühstück oder Workshops für Kinder und Jugendliche. Einziger Wermutstropfen: Die Dauerausstellung des Kunstforums ist 2016 nur eingeschränkt zu besichtigen. Aufgrund einer Dachsanierung kann das Obergeschoss für diese Zeit nicht genutzt werden.

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Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie befindet sich im Regensburger Stadtpark, Dr.-Johann-Maier-Straße 5. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17, Donnerstag von 10 bis 20 Uhr. Weitere Informationen: www.kunstforum.net oder unter Telefon 0941 / 29714-0.
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