Sicherheitskraft steckt über 40 000 Euro in die eigene Tasche - Bewährungsstrafe ist ...
Versuchung war schließlich zu groß

Lokales
Regensburg
12.05.2015
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Das Schöffengericht Regensburg verurteilte am Montag unter Vorsitz von Richter Dr. Wolfhard Meindl eine 33 Jahre alte ehemalige Sicherheitsfachkraft aus dem Landkreis Schwandorf wegen Diebstahls mit Waffen in 27 Fällen zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Außerdem ordnete es eine Geldauflage von 1800 Euro zugunsten des Kontakt e.V. an. Damit entsprach das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger des Angeklagten, Peter Grau (Burglengenfeld), hatte für eine Freiheitsstrafe von maximal einem Jahr und neun Monaten, ebenfalls ausgesetzt zur Bewährung, plädiert.

Neun Jahre lang konnte der Angeklagte der Versuchung widerstehen, bei den ihm anvertrauten Geldtransporten Geld für sich abzuzwacken. Als er im Dezember 2012 das erste Mal rund 600 Euro in die eigene Tasche steckte, ohne dass der Verdacht auf ihn fiel, wurde er immer dreister. Bis März 2014 entwendete der Mann bei 27 Gelegenheiten aus versperrten und verplombten Geldkassetten und einem Safebag insgesamt 42 520 Euro, die zur Befüllung von Geldautomaten bestimmt waren.

Auf frischer Tat

Zwar bemerkten und reklamierten die Banken den Verlust, doch auf dem Weg vom Sicherheitsunternehmen bis zu den Geldautomaten gab es nach den Feststellungen der Ermittlungsbeamten etliche undichte Stellen. Nach wochenlanger Observation landeten die Fahnder im Mai letzten Jahres einen Treffer, als sie den Angeklagten auf frischer Tat erwischten. Bei der sich anschließenden Hausdurchsuchung konnten 12 120 Euro aus den Beutezügen sichergestellt werden. Außerdem fanden die Ermittler eine penibel geführte Aufzeichnung über die einzelnen Taten.

Bereits bei seiner ersten Vernehmung hatte der bis dahin nicht vorbestrafte Angeklagte ein umfassendes Geständnis abgelegt. Überdies legten Familienmitglieder ihr Erspartes zusammen und hinterlegten 28 400 Euro - die restliche Schadensumme - bei der Gerichtskasse. Auch vor dem Schöffengericht zeigte er sich durchaus reumütig. Da er als "Berufswaffenträger" seine Pistole immer automatisch bei sich führte, sah bereits die Staatsanwältin den "Kern der Vorschrift bei Waffen" als nicht erfüllt an und ging von einem minderschweren Fall aus. Auch sein umfassendes Geständnis wertete sie als bemerkenswert, zumal die bei den Observationen gefertigten Videoaufzeichnungen eher schlechter Qualität waren. Auch stehe der Angeklagte nach seiner fristlosen Entlassung wieder in einem, wenn auch andersgearteten, festen Arbeitsverhältnis.

Diesen Ausführungen schloss sich das Schöffengericht an. Dabei betonte der Vorsitzende in seiner mündlichen Urteilsbegründung, er habe keine Befürchtung, dass der Angeklagte nun eine kriminelle Karriere beginne. Das Urteil wurde noch im Gerichtssaal rechtskräftig.
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