Abschied von Rom?
Kardinal Müller Kandidat für Mainz

Der ehemalige Regensburger Bischof, Kardinal Gerhard Ludwig Müller. Bild: dpa
Politik
Regensburg
18.07.2016
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Regensburg/Rom. (KNA/nt/az) Nach Darstellung der in Malaysia erscheinenden katholischen Wochenzeitung "Herald" plant Papst Franziskus personelle Veränderungen innerhalb der Kurie. Demnach könnte der Präfekt der Glaubenskongregation, der ehemalige Regensburger Oberhirte, Kardinal Gerhard Ludwig Müller (68), den seit dem altersbedingten Rücktritt von Kardinal Karl Lehmann vakanten Bischofsposten in Mainz besetzen. Im Gegenzug solle der Wiener Kardinal Christoph Schönborn (71) in den Vatikan wechseln und die Leitung der Glaubenskongregation übernehmen, berichtete das Blatt unter Berufung auf "gut informierte Vatikanquellen" im Internet.

Müller war von 2002 bis 2012 Bischof in Regensburg, ehe er vom damaligen Papst Benedikt XVI. als Präfekt der Glaubenskongregation berufen wurde. Im September 2013 wurde der damalige Erzbischof Müller von Papst Franziskus in seinem Amt als Präfekt bestätigt. Im Februar 2014 wurde Müller zum Kardinal ernannt. Der Kardinal stammt aus Finthen, das heute zu Mainz gehört. Er habilitierte sich bei Kardinal Lehmann.

Den Angaben zufolge plant der Papst darüber hinaus die Ernennung von Kardinal Stanislaw Rylko (71), polnischer Kurienkardinal und Präsident des Päpstlichen Laienrates, zum Erzbischof von Krakau. Dieser würde das Amt des Amt 77-jährigen Stanislaw Dziwisz übernehmen, der die Altersgrenze für einen Rücktritt bereits überschritten hat.

Das Blatt bezieht sich auf einen Erlass des Papstes, nach dem die Räte für Laien und für die Familie vom 1. September an in einer neuen Behörde zusammengelegt werden sollen. Deren Statuten wurden vom Vatikan bereits Anfang Juni veröffentlicht. Laut "Herald" soll in die Behörde auch der Rat für Pastoral im Krankendienst eingegliedert werden. Die Einrichtung erhalte den Status einer Kongregation mit Entscheidungsfunktion. Als Leiter der neuen Kongregation werde der honduranische Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga (73) gehandelt, ein enger Vertrauter des Papstes und Leiter des Kardinalsrats für eine Kurienreform.

Eine weitere Personalie, über die der "Herald" berichtet, bezieht sich auf die Heiligsprechungskongregation. Den Angaben zufolge soll der vatikanische Innenminister Erzbischof Angelo Becciu (68) den bisherigen Leiter Kardinal Angelo Amato (78) ablösen. Die Leitung des vatikanischen Staatssekretariats solle der bisherige Apostolische Nuntius im Libanon, Erzbischof Gabriele Giordano Caccia (58), übernehmen.
2 Kommentare
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Angelika Oetken aus Regensburg | 20.07.2016 | 00:19  
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Angelika Oetken aus Regensburg | 20.07.2016 | 17:59  
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