Aktion "Regensburg hilft" unterstützt Asylbewerber und Flüchtlinge
Regensburg lebt Integration

Oberbürgermeister Joachim Wolbergs war von der Kulisse, die sich ihm im großen Kolpingsaal bot, beeindruckt. Bild: dpa
Politik
Regensburg
10.01.2015
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In Zeiten von Pegida haben die Regensburger ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt: Hunderte Hilfsbereite wollen die Aktion "Regensburg hilft" unterstützen und Flüchtlinge als Paten oder Dolmetscher begleiten.

Besonders viele junge Menschen fanden sich am Donnerstagabend im Kolpinghaus ein, um die Aktion für Asylbewerber und Flüchtlinge zu unterstützen. Die Stadt hat alle Hände voll zu tun, die Hilfsangebote zu koordinieren. "Einigermaßen geplättet" zeigte sich Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, als er in dem übervollen Saal ans Mikrofon trat. Er sei stolz auf die Regensburger, die "eine Atmosphäre unterstützen wollen, in der wir Menschen in schwierigen Situationen hier willkommen heißen".

Als klar war, dass die Staatsregierung in jedem Regierungsbezirk eine Erstaufnahmestelle plane, habe er bewusst "Hier" gerufen und sich nicht weggeduckt, sagte Wolbergs - "weil ich wusste, dass die Regensburger dabei mitgehen werden". Mit dem wachsenden Flüchtlingsstrom und der Eröffnung der Erstaufnahmestelle in der Pionierkaserne sei eine Welle der Hilfsbereitschaft losgegangen - "die wir anfangs gar nicht bewältigen konnten", räumte Wolbergs ein. Vor drei Monaten wurde eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die Michael Vilsmeier leitet.

Unkomplizierte Hilfe

Mit seinen Mitarbeitern ermittelt dieser soziale Bedürfnisse der Flüchtlinge, vermittelt den Kontakt zu Fachstellen oder sucht "hemdsärmelig" nach Lösungen. Die Koordinierungsstelle kümmert sich sowohl um die knapp 300 Menschen, die in der Erstaufnahmestelle aufgenommen werden, als auch um die 400 Flüchtlinge, die in Gemeinschaftsunterkünften sowie in privaten Wohnungen unterkommen. "Regensburg hilft" konzentriert sich auf Letztere, die über längere Zeit in Regensburg leben. Jugendamtsleiter Günter Tischler zeigte sich von der Resonanz "überwältigt". Hunderte von Unterstützungsangeboten seien eingegangen. "Für uns ist es eine Herausforderung, das Engagement in funktionsfähige Strukturen zu bündeln."

Dafür wurden die Hilfsangebote in Kategorien eingeteilt. Zum einen begleiten - betreut vom Amt für Jugend und Familie - sogenannte "Paten" Asylbewerber längerfristig bei Herausforderungen des Alltags wie Behördengängen oder Arztbesuchen. Das städtische Integrationsamt kümmert sich um einen Dolmetscherdienst. Sonstige Aufgaben werden von der Freiwilligen-Agentur, vom Arbeitskreis für ausländische Arbeitnehmer und der Evangelischen Jugend/Diakonisches Werk koordiniert.

Die Helfer legen eine außerordentliche Kreativität an den Tag, berichtete zweite Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer. So möchte ein Sportler ein Fußballteam mit Flüchtlingen gründen, Trauma-Therapeuten wollen Ehrenamtliche schulen, eine Schauspielerin ein Musical auf die Beine stellen und Musiker ein interkulturelles Orchester gründen.
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