CSU-BezirksvorsitzenderFüracker poltert
"Hässliche Fratze der AfD"

Die Oberpfälzer CSU-Spitze: Bezirksvorsitzender Albert Füracker (Zweiter von links) mit seinen Stellvertretern Harald Schwartz, Sylvia Stierstorfer und Andreas Meier (von links). Bild: Werner
Politik
Regensburg
02.02.2016
241
0

Albert Füracker macht Druck: Bis zum Frühjahr muss eine Lösung beim Thema Flüchtlingskrise her. Der CSU-Bezirksvorsitzende spricht in Regensburg auch Klartext über die AfD.

Nein, Albert Füracker will nicht nur über "das Thema" reden: "Das mache ich bei den Veranstaltungen klar und das wird auch erwartet. Es darf nicht der Eindruck stehen, dass wir die Leute vergessen." Aber auch am Montag beim Pressegespräch des CSU-Bezirksvorstandes in Regensburg kommt der Staatssekretär nicht an "dem Thema" vorbei. Denn die Flüchtlingskrise muss bewältigt werden, und zwar bis zum Frühjahr, macht Füracker klar.

Bis zu 300 000 Flüchtlinge


Gegenüber unserer Zeitung sagt der Bezirkschef aus Neumarkt, es brauche einen deutlichen Rückgang der Flüchtlingszahl, "sonst wird das Vertrauen signifikant schwinden". Der 47-Jährige spricht von einer Obergrenze von 200 000 bis 300 000 Asylbewerbern pro Jahr. Bayern habe mit einer "tollen Gemeinschaftsleistung" und enormen politischen Anstrengungen bewiesen, dass die Problematik zu bewältigen sei. Aber zum Gelingen der Integration müsse die Zahl der Flüchtlinge schnell reduziert werden. Füracker: "Zur Zeit vertrauen die Menschen uns noch. Wir müssen beweisen, dass wir das Problem lösen können. Die Wahrheit liegt an der Grenze."

Die AfD profitierte von einem einzigen Thema, klagt Füracker. Mit den Äußerungen der Vorsitzenden Frauke Petry, die einen Einsatz von Schusswaffen an der Grenze gegen Flüchtlinge für möglich hält, habe die Partei ihre "hässliche Fratze" gezeigt. Der AfD den Nährboden zu entziehen gelinge aber nur, wenn es rasche Lösungen gebe. Der CSU-Politiker unterstützt Angela Merkel, wenn sie nach internationaler Zusammenarbeit rufe, aber: "Sie hat total unrecht, wenn sie glaubt, dass wir es ohne nationale Lösungen schaffen."

Es gibt auch ganz andere Sorgen die die Oberpfälzer CSU plagen: Die Mitgliederzahl stagniert seit zwei Jahren bei rund 20 000, das Durchschnittsalter liegt bei 59 Jahren. Nach Angaben von Bezirksgeschäftsführerin Sabina Bläser gebe es zwar mehr Ein- als Austritte, aber der demografische Faktor schlage voll durch. Im Jahr 2015 habe die Partei fast 800 Mitglieder durch Todesfälle verloren.

Parteitag im Juli in Weiden


Gesucht wird im Bezirk noch ein Nachfolger für den verstorbenen Ex-Staatssekretär Markus Sackmann aus Roding (Kreis Cham). Der vierte Stellvertreter Fürackers soll beim Bezirksparteitag am 30. Juli in Weiden gewählt werden und aus dem Wahlkreis Schwandorf/Cham kommen. Als Gastredner wird Finanzminister Markus Söder in Weiden erwartet. Beim Parteitag erwartet Füracker eine "ähnliche Geschlossenheit" wie 2015 in Barbing (Kreis Regensburg). Fürackers großes Ziel: "Wir müssen als Oberpfälzer wahrnehmbarer werden, daran arbeiten wir."

Nächster Termin ist die Klausurtagung des Bezirksvorstandes am 19./20. Februar in Waldsassen (Kreis Tirschenreuth). Hier soll laut Füracker das Programm "Oberpfalz 2020" überarbeitet werden. Zu Gast ist Bundesverkehrminister Alexander Dobrindt. Außerdem feiert die CSU im Bezirk in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen. Dieses soll mit dem Ehrenvorsitzenden Theo Waigel begangen werden, einen Termin gibt es aber noch nicht.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.