Dombesetzung
Zwei Flüchtlinge in Abschiebehaft

Ein Polizist verlässt den Hof vor dem Pfarrheim St. Emmeran. Bild: dpa
Politik
Regensburg
10.08.2016
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(KNA/gib) Gegen zwei der zuletzt 16 Flüchtlinge, die wochenlang erst im Regenburger Dom und dann in einem Pfarrheim ausharrten, liegen Abschiebehaftbefehle vor. Der 51-jährige Mazedonier und der 39-jährige Kosovare wurden am Dienstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt und anschließend in ein Gefängnis in Oberbayern gebracht, berichtete die "Mittelbayerische Zeitung" (Online-Ausgabe). In den vergangenen Tagen hatte die Gemengelage zwischen den Flüchtlingen, der Kirche und einer Gruppe von Unterstützern, die in einem Pavillon in der Nähe des Pfarrheims ausharrte, zu teils skurrilen Situationen geführt. Nachdem sich die Lage immer mehr zuspitzte und das Bistum Anzeige wegen Hausfriedensbruchs gegen die Flüchtlinge gestellt hatte, versuchten sich einige Unterstützer, Zugang zum Pfarrheim zu verschaffen. Nach Angaben eines Bistumssprechers verkleideten sie sich dafür als Arzt und Krankenschwestern. Der Sicherheitsdienst vor Ort habe das Spiel jedoch durchschaut und der Gruppe den Zutritt verwehrt.

Die letzte Gruppe der Asylbewerber hatten das Pfarrheim freiwillig verlassen, nachdem das Bistum Regensburg Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch gestellt hatte. Die Räumung am Montagabend sei "ohne Anwendung von unmittelbarem Zwang" erfolgt, teilte die Polizei mit. Unter den Personen waren laut Polizei neun Erwachsene und sieben Minderjährige. Bei der Feststellung der Identitäten habe sich herausgestellt, dass gegen zwei Männer Abschiebehaftbefehle vorlägen. Weitere Personen würden wegen der Zuständigkeit nach Baden-Württemberg beziehungsweise Hamburg gebracht.
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