Dreikampf um Direktkandidatur zur Bundestagswahl
Freudenstein als lachende Dritte?

Astrid Freudenstein. Bild: Hirsch (Foto: hi)
Politik
Regensburg
13.07.2016
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Astrid Freudenstein möchte ihre Arbeit in Berlin fortsetzen. Die 42-jährige Regensburgerin, die 2013 über die CSU-Landesliste überraschend den Sprung in den Bundestag geschafft hatte, muss sich allerdings gegen zwei Konkurrenten aus dem Landkreis durchsetzen. Die Regensburger CSU stärkte ihr am Montagabend den Rücken.

Schon die Terminfindung war heikel. Während die Stadt-CSU am Montag bei einer "Besonderen Kreisvertreterversammlung" ihre 56 Delegierten zur Nominierung des Bundestagskandidaten wählte, steht bei der Landkreis-CSU noch kein Wahltermin fest. Mit Verweis auf die Krebserkrankung des Bundestagsabgeordneten Philipp Graf von und zu Lerchenfeld, der 2013 als Direktkandidat nach Berlin gewählt wurde und sich wieder bewerben will, hatte man die Wahl dort nach hinten verschoben. Der endgültige Kandidat wird bei einer gemeinsamen Veranstaltung von Stadt- und Landkreis-CSU bestimmt. Zunächst war eine solche Nominierungsversammlung für Ende Juli vorgesehen - nun wird es wohl Herbst.

Die Kreis-CSU stellt 104 Delegierte - und hat damit die Mehrheit, um die Kandidatenfrage zu entscheiden. Allerdings gibt es dort neben Lerchenfeld mit dem Kreisvorsitzenden Peter Aumer (40), der von 2009 bis 2013 schon einmal Bundestagsabgeordneter war, noch einen Bewerber. Aumer, der am Montagabend anwesend war, hatte 2013 zugunsten von Lerchenfeld auf die Bundestagskandidatur verzichtet, weil er sich um den Posten des Regensburger Landrats bewarb - der dann allerdings an Tanja Schweiger (Freie Wähler) ging. Wer bei den Landkreiskandidaten die Nase vorn hat, ist offen, wie es aus CSU-Kreisen heißt.

Ob Freudenstein im Kampf und die Direktkandidatur am Ende die lachende Dritte sein könnte? Am Montag räumte sie selbst ein, dass es für sie "schwierig" werden könnte. Schließlich ist sie nicht nur darauf angewiesen, dass die 56 Wahldelegierten der Regensburger Stadt-CSU geschlossen für sie stimmen, sondern auch eine ganze Reihe der Landkreis-Delegierten einer "Städterin" ihre Stimme schenken.

Franz Rieger, Vorsitzender des CSU-Kreisverbands Regensburg-Stadt, rührte bei der Kreisvertreterversammlung jedenfalls kräftig die Werbetrommel für Freudenstein. Sie erfülle die drei wichtigsten Voraussetzungen für eine gelungene Kandidatur, sagte Rieger. Sie habe beste Chancen, bei der Bundestagswahl gut abzuschneiden, verfüge über hervorragende Qualifikationen und habe in Berlin als "junge Kandidatin" die besten Perspektiven. Letzteres dürfte durchaus als Spitze gegen den 64-jährigen Lerchenfeld gewertet werden. Wahlleiter Gerhard Weber appellierte an die Landkreis-CSU, mit ihrer Delegiertenwahl baldmöglichst nachzuziehen.
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