Elterngeld wird immer beliebter
Auch der Papa wird's richten

Papa wickelt das Baby. Immer öfter bleiben auch Väter zu Hause und kümmern sich zumindest für einige Monate um den Nachwuchs. Das zeigen Erhebungen zum Elterngeld. Archivbild: Unger
Politik
Regensburg
06.02.2016
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Wenn ein Elternteil nach der Geburt eines Kindes zu Hause bleibt, gewährt der Staat Elterngeld. Längst sind es aber nicht mehr nur die Mütter, die sich um den Nachwuchs kümmern.

Für frisch gebackene Mamas und Papas ist das Elterngeld ein Segen. Bis zu 14 Monate ersetzt es für jeweils einen Elternteil den Großteil eines Einkommens. Ein Blick in die Statistik verrät: Die Väter nehmen das Elterngeld immer öfter in Anspruch und bleiben zu Hause bei ihren Babys - auch in der Oberpfalz. Elterngeld in Höhe von einer Milliarde Euro hat das zuständige Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) im vergangenen Jahr ausbezahlt - so viel wie noch nie seit der Einführung der Transferleistung 2007. Auch in die Oberpfalz fließt immer mehr Elterngeld: 2014 waren es 69 Millionen, 2015 dann schon 73 Millionen Euro, wie ZBFS-Sprecher Michael Neuner auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt.

Mindestens 300 Euro


Während das ZBFS keine eigene statistische Auswertung vornimmt, stammen die aktuellsten Daten zum Elterngeld vom Statistischen Bundesamt aus 2013. Für 8647 Oberpfälzer Babys wurde in diesem Jahr Elterngeld ausgezahlt. 875 Euro erhielten die Elternteile pro Monat im Schnitt, Männer 1214, Frauen 732 Euro. Der Bayernschnitt lag bei 911 Euro. Da sich das Elterngeld aus dem bisherigen Einkommen errechnet, - 65 bis 67 Prozent davon gibt es als Ersatzleistung, mindestens 300 und höchstens 1800 Euro - lassen sich darüber auch Rückschlüsse auf die Gehaltsstruktur einer Region schließen. Während Eltern in Regensburg mit 958 Euro oberpfalzweit das höchste Elterngeld bezogen haben, erhielten die Eltern in Amberg 808 Euro und in Weiden 748 Euro.

Auch in den Kreisen unterscheiden sich die Zahlen: Am meisten Geld gab es im Kreis Regensburg (945 Euro), vor Neumarkt (872), Amberg-Sulzbach (863), Schwandorf (849), Neustadt/WN (831), Tirschenreuth (825) und Cham (800). Stetig steigt die Zahl der Väter, die ihren Arbeitsplatz für einige Zeit mit Familienaufgaben tauschen. Nahmen 2010 nur 33,7 Prozent der Oberpfälzer Papas Elterngeld in Anspruch, waren es 2013 schon 41,5 Prozent - und damit mehr als im bayerischen Durchschnitt (39,9 Prozent). Dafür blieben die Männer im Bezirk einen Hauch kürzer zu Hause, nämlich im Schnitt 2,6 Monate (Bayern: 2,7 Monate).

Klausel nutzen


Eine große Mehrheit von 87 Prozent nahm in der Oberpfalz die typischen zwei Männer-Elternmonate. Dahinter steckt eine Klausel: Elterngeld gibt es für ein Elternteil für maximal zwölf Monate, zwei Extra-Monate werden gezahlt, wenn sich auch der andere Elternteil an der Betreuung des Kindes beteiligt und im Job kurzzeitig aussetzt. Neu ist seit Juli 2015 das sogenannte "ElterngeldPlus", das bei gleichzeitiger Teilzeitarbeit "doppelt so lang und halb so hoch wie das Vollelterngeld" bezogen werden kann. Das Angebot scheint für viele Eltern eine sinnvolle Alternative zu sein. Laut ZBFS-Sprecher Neuner haben bayernweit bislang 5342 Mütter und 712 Väter das "ElterngeldPlus" erhalten. Das entspricht knapp zwölf Prozent aller Bewilligungen.
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