Erstaufnahme in Regensburg startet im Dezember
Asyl in der Kaserne

Politik
Regensburg
18.11.2014
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(gib/dpa) Mitte Dezember wird die vorläufige Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Regensburg in Betrieb gehen. Das bestätigte Joseph Karl, Sprecher der Regierung der Oberpfalz, am Montag unserer Zeitung. 250 bis 280 Menschen werden dann in der Pionierkaserne im Stadtosten unterkommen. Es handelt sich um ein Provisorium, das besteht, bis Ende 2015 die Erstaufnahmestelle in der Bajuwarenkaserne für 500 Asylbewerber ihre Tore öffnet.

Bis zu zehn Tage

In den Auffangstellen verbringen die Flüchtlinge laut Karl drei bis zehn Tage, sie werden ärztlich untersucht, ihre Personalien werden aufgenommen. Danach werden sie in Flüchtlingsunterkünften in anderen Bundesländern, innerhalb Bayerns oder der Oberpfalz untergebracht. Für den "Winter-Notfallplan" der Staatsregierung haben die Oberpfälzer Kreise und kreisfreien Städte insgesamt 1758 Plätze gemeldet, meist in Turn- oder Mehrzweckhallen, erklärte Karl. In einem weiteren Schritt sollen die Kreisverwaltungsbehörden nun Flächen nennen, auf denen Wohncontainer aufgestellt werden können, falls die "Notfall-Plätze" in festen Gebäuden nicht ausreichen. In Regensburg werden dafür Grundstücke im Stadtwesten in Betracht gezogen, etwa am Weinweg, bestätigte Rolf Thym von der städtischen Pressestelle.

Zentrum in München

Für neu ankommende Flüchtlinge gibt es in München unterdessen künftig eine neue zentrale Anlaufstelle: ein sogenanntes "Ankunftszentrum", das die bestehende Erstaufnahmeeinrichtung in der Bayernkaserne entlasten soll. "Dort werden die in München ankommenden Asylbewerber kurz medizinisch untersucht, registriert und dann entweder in einen Standort der Erstaufnahmeeinrichtung München, in andere Regierungsbezirke oder unmittelbar in andere Bundesländer verteilt", erklärte Sozialministerin Emilia Müller (CSU) am Montag.

Zugleich gaben Staatsregierung und Landeshauptstadt bekannt, dass die Bayernkaserne von sofort an wieder neue Flüchtlinge aufnehmen kann. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte dort Mitte Oktober angesichts chaotischer Zustände einen Aufnahmestopp verfügt. Inzwischen hat sich die Lage dort deutlich entspannt. Unter anderem sei die medizinische Versorgung auf dem Gelände verbessert worden.
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