Erstaufnahmeeinrichtung Regensburg Ende 2016 fertig
Bis zu 800 Flüchtlinge

"Das sind Menschen wie wir", betont Regensburgs Oberbürgermeister Joachim Wollbergs (SPD).
Politik
Regensburg
02.07.2015
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Ende des Jahres soll die Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge und Asylsuchende in der Bajuwarenstraße ihren Betrieb aufnehmen. Mit ihrer endgültigen Fertigstellung Ende 2016/Anfang 2017 wird sie bis zu 800 Flüchtlingen eine erste Unterkunft bieten. In der Sporthalle des Sportclubs Regensburg informierten Regierungspräsident Axel Bartelt, Oberbürgermeister Joachim Wolbergs und Hans Weber, der Leiter des Staatlichen Bauamts in Regensburg, die Regensburger nun über die Planungen.

Rund 41 Millionen Euro wird die Errichtung der Erstaufnahmestelle kosten. Dabei handle es sich zum größten Teil um einen Neubau. Lediglich ein bereits bestehendes Gebäude werde saniert, erklärte Weber.

"Keine einfache Situation"

"Es ist für uns alle keine einfache Situation, aber ich bitte um Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung", bat Bartelt. Man habe sich die Standortsuche nicht leicht gemacht. Es sei wichtig gewesen, einen Ort zu finden, an dem so wenige Nachbarn wie möglich unmittelbar betroffen sind, erklärte er. Trotzdem brauche eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge und Asylsuchende für zum Beispiel die medizinische Versorgung auch eine gewisse Infrastruktur.

In Regensburg sind derzeit 360 Flüchtlinge in verschiedenen Unterkünften im Stadtgebiet untergebracht. Weitere 450 wohnen momentan in der provisorischen Erstaufnahmestelle in der ehemaligen Pionierkaserne, welche eigentlich nur für 280 Personen ausgerichtet ist. "Wir haben eine Grenze erreicht", betonte Bartelt die Notwendigkeit der Einrichtung in der Bajuwarenstraße.

Bis Ende des Jahres werden momentan deutschlandweit noch bis zu 450 000 Flüchtlinge erwartet. Regensburg wird, davon 700 bis 1000 Flüchtlinge aufnehmen. "Die Flüchtlingsbewegung wird anhalten. Das ist kein Phänomen, das nächstes Jahr vorbei ist", ergänzte auch Wolbergs. Die Erstaufnahmestelle in der Bajuwarenstraße habe dabei, wie derzeit die Pionierkaserne, eine Durchlauffunktion. Ziel ist es, dass sich Asylsuchende höchstens drei Monate aufhalten und dann auf andere Unterkünfte verteilt werden. Im ersten Bauabschnitt wird sie Platz für 523 Flüchtlinge bieten, später für rund 800.

Verstärkte Streife

Wolbergs forderte die Zuhörer auf, ihre Ängste und Sorgen mitzuteilen. "Wir wollen Ihnen zeigen, dass es keinen Grund dafür gibt", sagte er: "Das sind Menschen wie wir.". Das Denken, dass diese Menschen in ihrem Charakter oder Verhalten anders seien, müsse aufhören. Für die Sicherheit in der Erstaufnahmestelle und auf dem Außengelände würden aber ein Sicherheitsdienst sowie die Polizei sorgen, die verstärkt Streife fahren werde. "Wir werden die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes genau durchleuchten", versprach Bartelt.
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