Extremismus-Expertin der Grünen warnt
"Fremdenhass nicht Weg ebnen"

Beate Walter-Rosenheimer. Bild: gib
Politik
Regensburg
06.02.2016
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"Eine vernünftige Debatte" wünscht sich die Grünen-Bundestagsabgeordnete Beate Walter-Rosenheimer nach den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln. Bei ihrem Besuch in Regensburg warnte sie davor, dass die Zahl rechter Gewalttaten gegen Flüchtlinge sonst weiter ansteigen könnte. "Derzeit gehen die Emotionen mit den Menschen durch", sagte Walter-Rosenheimer, die sich in der Kinderkommission des Deutschen Bundestages um das Thema "Jugendliche und Rechtsextremismus" kümmert, beim Evangelischen Bildungswerk (EBW). Als Mutter von vier Töchtern könne sie das "Erschrecken" zwar verstehen. Doch es sei falsch, nun muslimische Männer per se als gefährlich einzustufen.

Leider sei fremdenfeindliches Gedankengut in der Mitte der Bevölkerung angekommen, sagte Walter-Rosenheimer. In der "Mitte"-Studie der Uni Leipzig habe ein Drittel der Befragten ausländerfeindlichen Aussagen zugestimmt. Die Gewalt gegen Asylbewerber habe deutlich zugenommen. Junge Menschen, die sich fremdenfeindlichen Gruppen anschließen, müssten gezielt angesprochen werden. "Aussteiger erzählen oft, dass es ihnen geholfen hätte, wenn sich jemand um sie gekümmert hätte." Vor allem die Eltern, aber auch Lehrer und andere Bezugspersonen seien hier gefragt.
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