Geldsegen bei den Protestanten

Heinrich Bedford-Strohm (rechts), frisch gewählter Landesbischof der Evangelischen Kirche in Bayern, begrüßt den Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer bei der Landessynode. Bild: dpa
Politik
Regensburg
25.11.2014
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Die evangelische Kirche in Bayern rechnet im nächsten Jahr mit höheren Kirchensteuereinnahmen. Bei der Herbsttagung der Landessynode in Regensburg beraten die 108 Mitglieder, was mit dem Geld passiert. Mehr Mittel sollen in die Flüchtlingshilfe fließen.

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, der eine neue Doppelrolle innehat, hörte am Montag im Kolpinghaus viele Glückwünsche: Vor zwei Wochen wurde er zum Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewählt. "Ich möchte dazu beitragen, dass unsere Kirche nach einigen schwierigen Jahren mit neuer Kraft in die Zukunft gehen kann", sagte er. Als ein Ziel gab er an, die Planungen für das Reformationsjubiläum 2017 voranzutreiben. Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel bescheinigte Bedford-Strom eine "Strahlkraft, die unserer evangelischen Kirche gut zu Gesicht steht".

Hungerstreik in München

Breiten Raum nimmt bei der fünftägigen Versammlung in Regensburg die Frage ein, wie den ankommenden Flüchtlingen geholfen werden kann. Sowohl Preidel als auch Bedford-Strohm betonten bei einer Pressekonferenz, dass sich die Willkommenskultur in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren grundlegend verbessert hat. "Ich sehe, wie Menschen in unseren Gemeinden Spenden sammeln und sich für die Flüchtlinge einsetzen, sie bei Behördengängen begleiten oder Deutsch unterrichten", sagte Preidel.

Flüchtlingshilfe dürfe keinen "Eventcharakter" haben, sondern müsse eine langfristige Unterstützung für traumatisierte Menschen bieten, mahnte die Präsidentin. Eine Ausnahme solle das Kirchenasyl bleiben. Es sei grundsätzlich nicht das Instrument, um die Flüchtlingsproblematik zu lösen. Etwa 30 evangelische Gemeinden in Bayern gewährten in den vergangenen Monaten Kirchenasyl. Angesprochen auf den jüngsten Hungerstreik von Flüchtlingen in München sagte der Landesbischof, dass dies nicht das richtige Mittel sei, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Die Flüchtlinge würden ihre Gesundheit gefährden und sogar den Tod riskieren. Auf der anderen Seite dürfe man solche Protestaktionen nicht einfach abtun, sondern müsse sehen, was es mit den kritisierten Defiziten auf sich habe. Ausdrücklich dankte Bedford-Strohm der Staatsregierung dafür, dass der Zuschuss zur kirchlichen Asylsozialberatung von 70 auf 80 Prozent der Personalkosten angehoben werden soll. Dadurch könne die Zahl der Berater in Bayern von 160 auf 255 erhöht werden.

Die evangelische Landeskirche steuert selbst auch finanzielle Mittel bei. So wird die Migrationsberatung, insbesondere die Asylsozialberatung, im nächsten Jahr von 1,2 auf 2,1 Millionen Euro aufgestockt, erklärte Joachim Pietzcker, Vorsitzender des synodalen Finanzausschusses.

Geld für Christen im Irak

Erhöht werden außerdem die Mittel für die Stiftung "Wings of Hope", die sich um traumatisierte Flüchtlinge kümmert, für Christen im Irak sowie für den Entwicklungsdienst der Evangelischen-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB).
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