Geplante Hähnchenmast in Schwandorf
„Agrarfabrik“ erzürnt die Grünen

(Foto: Symbolbild: dpa)
Politik
Regensburg
12.09.2016
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Der Hähnchenmastbetrieb am Kapflhof in Schwandorf darf auf keinen Fall gebaut werden: Deutlich positionierten sich die Oberpfälzer Grünen bei ihrer Bezirksversammlung in Regensburg zu dem umstrittenen Projekt. Bei der Elektrifizierung der Bahnstrecke Regensburg-Hof mahnten die Grünen einen "Etikettenschwindel" an.

Ein Selbstläufer


"Ich bin gerührt", sagte Marion Juniec-Möller, Grünen-Stadträtin aus Schwandorf und eine der vordersten Kämpferinnen gegen den Mastbetrieb. Zuvor hatten Grünen-Mitglieder aus der gesamten Oberpfalz ihre Unterstützung und Hilfe zugesagt. Am 18. September können die Schwandorfer in einem Bürgerentscheid ihre Stimme abgeben. Bis dahin will ein Aktionsbündnis, zu dem die Grünen gehören, mit Plakataktionen, Flyern und Hinweisen in sozialen Netzwerken möglichst viele Bürger dazu bewegen, ihr Kreuz bei "Ja - gegen einen Hähnchenmastbetrieb am Kapflhof" zu setzen. Das Bürgerbegehren war laut Juniec-Möller ein Selbstläufer: Innerhalb von drei Wochen kamen 3600 Unterschriften gegen den Mastbetrieb zusammen.

Der Planungsausschuss der Stadt hatte dem Betrieb mit einer Kapazität von 300 000 Tieren mehrheitlich grünes Licht gegeben. Vorgesehen sind zwei Stallgebäude mit einer Länge von je 200 Metern. "Ich hoffe, dass die Schwandorfer ein deutliches Zeichen dagegen setzen", sagte Juniec-Möller. Es handle sich um eine seltene Gelegenheit, dass die Bevölkerung über Massentierhaltung abstimmen kann. "Wenn wir den Mastbetrieb zu Fall bringen, hat das eine Signalwirkung weit über Schwandorf hinaus", ist sich die Stadträtin sicher. Ihrer Ansicht ist es "entsetzlich", wie die Tiere in einem solchen "Agrarfabriken" gehalten werden, "ohne Stangen, ohne Tageslicht, ohne irgendetwas, das nur im Ansatz einer artgerechten Tierhaltung entspricht".

Lärmschutz vermisst


Einstimmig fassten die Oberpfälzer Grünen einen Beschluss zur Elektrifizierung der Bahnstrecke Regensburg-Hof, der Mitte Oktober der Landesversammlung der Partei vorgelegt wird. In dem Papier begrüßen die Grünen grundsätzlich die geplante Elektrifizierung, die es im neuen Bundesverkehrswegeplan in den "vordringlichen Bedarf" geschafft hat. Allerdings vermissen sie Zusagen politischer Entscheidungsträger und beteiligter Behörden, was die Reduzierung von Lärm und Erschütterungsbelastungen für die Anwohner der Strecke angeht.

Wenn wir den Mastbetrieb zu Fall bringen, hat das eine Signalwirkung weit über Schwandorf hinaus.Marion Juniec-Möller, Grünen-Stadträtin aus Schwandorf
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