Integrationsarbeit durch Lehrer
Schule als Ort der Sicherheit

Politik
Regensburg
05.03.2016
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Lehrer sollen Flüchtlingskindern nicht nur Deutsch beibringen, sondern auch die hiesigen Werte vermitteln, auf Traumatisierungen eingehen - und natürlich die anderen Schüler nicht aus dem Auge verlieren. Eine Fortbildungsveranstaltung in Donaustauf (Kreis Regensburg) gab Hilfestellungen. 60 Lehrer widmeten sich "dem Thema, das uns alle umtreibt", wie Ursula Schroll, Bezirksvorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), erklärte. Sie geht davon aus, dass in der Oberpfalz derzeit 3000 bis 4000 junge Flüchtlinge eine Schule besuchen. Die Erfahrungen der Lehrer beschreibt sie als zwiespältig. Auf der einen Seite seien viele stolz auf diese Aufgabe. Andererseits seien sie teils massiv überfordert. Durch den ständigen Wechsel könne der Lernerfolg nicht immer bis zum Ende begleitet werden.

Schroll begrüßt, dass der Landtag 1700 neue Stellen genehmigt habe. Geld sei nun da, aber es seien nicht genug Lehrkräfte aufzutreiben. Dringend bräuchten die Schulen außerdem Dolmetscher, Sozialpädagogen, Psychologen und Kriseninterventionsteams. Schulpsychologe Siegfried Hümmer sensibilisierte die Lehrer für die Situation der jungen Flüchtlinge, die oft Gewalt und Einsamkeit erfahren hätten. "Die Schule ist für sie der sichere Ort." Der Lehrer sei allein schon durch seine stetige Präsenz eine Bezugsperson, die Hilfestellungen gebe, aber auch Respekt und Höflichkeit einfordere. Dominik Bauer, Berater für interkulturelles Lernen, berichtete, dass die Vermittlung von Werten einen Großteil seiner Arbeit ausmache. Das zahle sich aus. Grundvoraussetzung für jegliche Integration sei die Sprache. Muhittin Arslan, Lehrer für Deutsch als Zweitsprache, warb dafür, den Sprachunterricht für einen raschen Erfolg möglichst lebendig und positiv zu gestalten. Namen für Lebensmittel etwa würden sich leichter bei einem Besuch im Supermarkt als im Klassenzimmer erlernen.
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