Joachim Hermann im Regensburger Presseclub
Hermann legt sich nicht fest

Innenminister Joachim Herrmann im Regensburger Presseclub. Bild: Gibbs
Politik
Regensburg
21.11.2016
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Seit neun Jahren ist Joachim Herrmann bayerischer Innenminister. Im Regensburger Presseclub spricht er über Terror-Prävention und seine schlimmsten Tage im Amt. Nur zu seiner eigenen politischen Zukunft will er nichts sagen.

Seine "schlimmsten zehn Tage" im Amt hat der CSU-Politiker in diesem Juli erlebt, als er beim Axt-Attentat von Würzburg, dem Amoklauf in München und dem Selbstmordanschlag in Ansbach im Dauereinsatz war. Mittlerweile sei sicher, dass die Taten in Würzburg und Ansbach einen islamistischen Hintergrund hatten, einen Zusammenhang hätten die Ermittlungen aber nicht gegeben, erklärte Herrmann am Donnerstagabend.

Um Bayern künftig besser vor Terrorakten zu schützen, setzt Herrmann neben Sicherheitsmaßnahmen auf eine umfassende Prävention. Es gehe darum, potenzielle Attentäter vor einer Radikalisierung rechtzeitig zu erreichen - ähnlich wie bei einem Jugendlichen, der in die Neonazi-Szene abdriftet. Dafür müssten Kontaktstellen eingerichtet werden, an die sich Menschen im Umfeld wenden können. Ebenso Angebote für Aussteiger. "Wir müssen alles dafür tun, um schon viel früher an solche Leute heranzukommen."

So ein Blödsinn.Innenminister Joachim Herrmann kontert die Behauptung, Grenzkontrollen würden einen Generalverdacht gegen Flüchtlinge bedeuten


Deshalb hält Herrmann auch das Verbot der "Lies"-Aktionen in Fußgängerzonen für "sehr richtig". Das Verteilen von Korantexten gehöre zwar zur Religionsfreiheit, doch diese Aktionen dienten der Kontaktanbahnung mit jungen Leuten, um sie zu fanatisieren und radikalisieren. Herrmann begrüßt, dass die EU Grenzkontrollen für drei weitere Monate erlaubt hat. Er sieht auch ein Umdenken in Berlin. Zwar seien die EU-Außengrenzen heute besser geschützt als vor sechs Monaten, meinte Herrmann, "aber noch nicht gut genug". Es sei im Übrigen ein ganz normaler Vorgang, dass an Grenzen kontrolliert werde, das habe nichts mit einem Generalverdacht gegen Flüchtlinge zu tun, redet sich der Innenminister einmal an diesem Abend in Rage. "So ein Blödsinn."

Um 2000 Beamte will Herrmann die Polizei in Bayern bis 2020 aufstocken. 2017 sollen 500 neue Kräfte zusätzlich ihre Ausbildung beginnen, kündigte er an. Außerdem werde es 1000 neue Polizisten als Ausgleich für Kollegen geben, die in Pension gehen. Wie viele der neuen Kräfte in die Oberpfalz kommen, darauf wollte sich Herrmann nicht festlegen.

Der Abend im Presseclub war fast vorbei, da kam sie doch noch, die Frage, ob er sich vorstellen könnte, Horst Seehofer als Ministerpräsident zu beerben. Herrmann ist wiederholt als Nachfolger ins Spiel gebracht worden - auch wenn andere Kronprinzen wie Markus Söder deutlich offensiver ins Rennen gehen. Sein solides Krisenmanagement hat Herrmann weitere Pluspunkte gebracht. Was er dazu sagt? Kein Wort.

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