Kommentar zum Streit zwischen Theologen und Bischöfen
Vernunft zählt, nicht Autorität

Politik
Regensburg
22.02.2016
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Menschen, die denken und dabei womöglich noch eigenen Ideen entwickeln, sind Machthabern von jeher suspekt. Das gilt in der Politik, in der Gesellschaft und letztlich bis heute auch in der Kirche. Dabei gilt hier um so mehr: Ohne Vernunft ist Glaube, ist Religion nichts. Das dürften auch der Passauer Bischof Stefan Oster und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer unterschreiben. Dennoch wollen sie die Theologen einbremsen. Deren Nachdenken soll durch die Autorität der Bischöfe begrenzt werden.

Das würde den Ruf der Theologie als Wissenschaft zerstören. Sie muss frei sein, nur dann kann man sich an ihr reiben. Etwaige Widersprüche müssen die Bischöfe aushalten. Ihre Rufe nach Unterordnung sprechen eher für ihre Unsicherheit. Und: Frömmigkeit schützt nicht vor Leichtgläubigkeit. Wenn Menschen ohne Nachdenken dem nachlaufen, was andere als Wahrheit verkünden, führt dies häufig ins Verderben. Das beweist die Geschichte der katholischen Kirche, das zeigt sich bis heute bei pseudoreligiösen Bewegungen.

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