Regensburg: Jugendstrafkammer verhängt überwiegend lange Freiheitsstrafen - Schwunghafter ...
Kein Pardon für Drogenbande

Politik
Regensburg
22.05.2015
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Am Donnerstag verurteilte die Große Jugendstrafkammer des Landgerichts Regensburg den Chef einer siebenköpfigen Drogenbande, einen heute 23-jährigen Informationselektroniker (zur Tatzeit noch keine 21 Jahre alt), zu einer Jugendstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten. Seine "rechte Hand", ein 24 Jahre alter Jurastudent, wurde nach dem Erwachsenenstrafrecht zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und neun Monaten verurteilt.

Damit ahndeten die Richter einen zwei Jahre währenden, teils bandenmäßig betriebenen, schwunghaften Handel mit Marihuana und ihre Mittäterschaft bei einer Geiselnahme mit gefährlicher Körperverletzung. Ein Schlosser (30) wurde wegen drei Kurierfahrten und Beihilfe in zwei Fällen zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Außerdem ordneten die Richter den Verfall des Wertersatzes von 14 000 Euro an. Nachdem das Verfahren gegen vier weitere Angeklagte abgetrennt worden war hat die gleiche Strafkammer vor kurzem den 25-jährigen "Vertriebschef" der Organisation zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Ein weiteres Bandenmitglied erhielt fünf Jahre und zwei Monate, zwei weitere kamen mit Bewährungsstrafen und Geldauflagen davon.

Wie bereits mehrfach berichtet hatte der "Kopf" der Bande im Juli 2012 bei der Einfuhr von 500 Gramm Marihuana schnell erkannt, dass man damit "das große Geld" machen kann. Bereits einen Monat später steigerte er die Einfuhr in den Kilogrammbereich und erweiterte auch den Personenkreis seiner Helfer. Insgesamt hatte die Staatsanwaltschaft in ihrer 23 Seiten umfassenden Anklageschrift rund 130 Kilogramm hochwertiges Marihuana aufgeführt, welches die Bande bis zur Festnahme 2014 von einem Prager Großhändler bezogen und nach Regensburg geschmuggelt haben soll. Nach zweimonatiger Prozessdauer galten nur noch 100 Kilogramm als gesichert.

Anklage forderte Härte

Angesichts dieser Menge meinte Staatsanwältin Sylvia Zorger: "Man kann davon 200 000 Joints drehen und die Stadt und den halben Landkreis in einen kollektiven Drogenrausch versetzen". Besonders hart ging sie mit dem "Kopf" der Bande zu Gericht, für den sie neun Jahre Haft forderte. Er habe sich durch eine massive kriminelle Energie ausgezeichnet und schätzungsweise eine Viertel Million Euro verdient. Bei ihm hätte das Erwachsenenstrafrecht gelten sollen.
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