Verkehrsstatistik 2015
Mehr Unfalltote in der Oberpfalz

Symbolbild: dpa
Politik
Regensburg
23.02.2016
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Das Jahr 2014 war bei den Verkehrstoten in der Oberpfalz der positive Ausreißer nach unten. 2015 stieg die Zahl im Gegensatz zu anderen Regierungsbezirken wieder deutlich an.

München. Nach dem Rekordtief von 2014 mit 61 tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmern ist die Zahl der Verkehrstoten in der Oberpfalz im vergangenen Jahr wieder sprunghaft gestiegen. Nach den am Montag von Innenminister Joachim Herrmann vorgelegten Daten starben 2015 auf den Straßen der Oberpfalz 83 Menschen. Das entspricht einem Plus von 39 Prozent.


Nachdem die Gesamtzahl der registrierten Verkehrsunfälle in der Oberpfalz sowohl 2013 als 2014 rückläufig war, musste im vergangenen Jahr ein Anstieg von 31.648 auf 34.212 ( 8,1 Prozent) verzeichnet werden.


Bei 4.599 Verkehrsunfällen wurden Personen verletzt, 2014 lag die Zahl bei 4.392. Somit ist in diesem Bereich eine Steigerung um 4,7 Prozent eingetreten.

Wildunfälle


Die Wildunfälle stiegen 2015 deutlich um 20,8 Prozent auf 10.377 an. Somit ist fast jeder dritte Verkehrsunfall ein Wildunfall.


Während 2014 ein Verkehrsteilnehmer tödlich verletzt wurde, zog 2015 kein Unfall tödliche Folgen nach sich. Trotz der gestiegenen Gesamtzahl gab es mit 78 Personen 3 Verletzte weniger als im Vorjahr.


Unfälle mit Kindern:

Die Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Kindern stiegen 2015 um 2,5 Prozent auf 283 an. Wurde 2014 kein Kind getötet, starben im vergangenen Jahr drei Kinder an den Unfallfolgen. Mit 323 verletzten Kindern war in diesem Unfallbereich eine Steigerung um 10,6 Prozent zu verzeichnen.


Die Zahl der Schulwegunfälle nahm gegenüber dem Vorjahr um 53,2 Prozent von 47 auf 72 zu. Auch 2015 wurde kein Kind bei einem Schulwegunfall getötet. Die Zahl der verletzten Kinder verdoppelte sich jedoch nahezu auf 91, wobei es in 81,3 Prozent der Fälle zu leichten Verletzungen kam. Ein Grund für diesen Anstieg war der Unfall eines vollbesetzten Schulbusses im Juli 2015 in Lappersdorf (Kreis Regensburg). Der Fahrer stieß beim Abbiegen gegen ein Wohnhaus. Dabei wurden mehrere Schulkinder verletzt.

Alkohol und Drogen aals Unfallursache:

Bei der Zahl der Alkoholunfälle setzte sich der positive Trend der letzten Jahre fort. Wurden im Jahr 2014 noch 427 Unfälle dieser Art registriert, waren es im abgelaufenen Jahr 407 und somit der geringste Wert im 10-Jahresvergleich. Die Anzahl der getöteten Personen blieb mit acht unverändert.


Bei Verkehrsunfällen unter Drogeneinfluss stiegen die Fallzahlen von 25 auf 33 an, so dass sich die Unfallzahlen wieder auf dem Niveau der Jahre 2011 bis 2013 bewegen. Wie bereits 2014 kam auch 2015 kein Verkehrsteilnehmer ums Leben. Der Anstieg von 15 auf 20 Verletzte ist annähernd deckungsgleich mit der Entwicklung der Unfallzahlen in diesem Bereich. Das Polizeipräsidium Oberpfalz führt gezielt Kontrollaktionen durch und nutzt dabei intensiv Drogenvortestgeräte.

Unfallursache: Zu hohe Geschwindigkeit


Insgesamt wurden im Verlauf des Jahres 2015 1.000 Verkehrsunfälle registriert, bei denen die Geschwindigkeit die Unfallursache war. Im Jahr 2014 waren es noch 1.018. Während 2014 9 Menschen bei Geschwindigkeitsunfällen verstarben, stieg die Zahl im abgelaufenen Jahr auf 13 Personen.

Unfallursachen im Vergleich

Auch 2015 stellten Fehler beim Abbiegen und Wenden mit 11,2 Prozent die häufigste Unfallursache dar. Vorfahrts- und Abstandsverstöße folgen mit deutlichem Abstand. Der Anteil an durch zu hohe Geschwindigkeit oder Alkoholeinfluss verursachten Verkehrsunfällen ging gegenüber 2014 von 3,7 auf 3,4 Prozent zurück. Insgesamt 21 Personen (Geschwindigkeit: 13; Alkohol: 8) verloren deswegen ihr Leben. Ein Anteil von 25,3 Prozent aller Verkehrstoten. Grafiken: Polizei



In anderen Regierungsbezirken hat es zum Teil deutliche Rückgänge bei der Zahl der Verkehrstoten gegeben. Bayernweit sank die Zahl mit 614 auf den niedrigsten Wert seit 1953. 2014 waren es 619 Tote. Andererseits stieg die Zahl der Verkehrsunfälle um 5,9 Prozent auf über 392 000. Dabei wurden 71 161 Menschen verletzt (+2,3%). Von den 614 Getöteten starben 271 als Pkw-Insassen (-6,9%) und 140 als Motorradfahrer (+10,2%). Damit habe sich erneut gezeigt, dass Motorradfahren "hochriskant" sei, sagte Herrmann. 89 Verkehrstote waren Fußgänger (+4,7%), 81 Radfahrer (+6,6%).

Zu schnell unterwegs


Hauptursache für tödlich verlaufene Verkehrsunfälle war überhöhte Geschwindigkeit. Mehr als ein Viertel der Verkehrstoten ging auf das Konto von Rasern. Herrmann kündigte an, aus diesem Grund die Zahl der Geschwindigkeitskontrollen auf hohem Niveau zu halten. 2015 erstattete die bayerische Polizei wegen Verstößen gegen Tempolimits fast 330 000 Anzeigen, verhängte 845 000 Verwarnungen und sprach 32 500 Fahrverbote aus.

Mit 4580 leicht rückläufig war die Zahl der Unfälle aufgrund von Alkoholeinfluss. 49 Menschen starben dabei. Unter Drogen standen 391 Unfallverursacher, sie waren für 7 Todesfälle verantwortlich. Weitere bedeutende Ursachen für tödliche Unfälle waren das Missachten der Vorfahrt und das Abkommen von der Fahrbahn aus Unachtsamkeit - zum Beispiel durch Rauchen oder Handynutzung am Steuer. Als völlig unverständlich bezeichnete es Herrmann, dass jeder vierte tödlich verunglückte Autoinsasse nicht angeschnallt war. 67 Menschen habe dieser Leichtsinn im vergangenen Jahr das Leben gekostet. Die Polizei werde deshalb auch weiterhin die Befolgung der Gurtpflicht konsequent kontrollieren, kündigte Herrmann an. 2015 seien deshalb 55 000 Verwarnungen ausgesprochen worden.

Auf gutem Weg


Auf dem Weg zu mehr Verkehrssicherheit auf Bayerns Straßen sieht sich Herrmann vier Jahre nach dem Start des Programms "Bayern mobil - sicher ans Ziel" auf gutem Weg. Seitdem sei die Zahl der Verkehrstoten bereits um 21,3 Prozent gesunken. Zielmarke sei, ihre Zahl bis 2020 auf 550 zu reduzieren. Dazu werde man neben Aufklärungsarbeit auch technische Verbesserungen an den Straßen in den Mittelpunkt stellen. Von den bis 2020 vorgesehenen 440 Millionen Euro sei bereits mehr als die Hälfte ausgegeben worden.

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