Versorgung von Flüchtlingen mit Nahrungsmitteln eingestellt
Flüchtlingsrat empört über Vorgehen der Bistumsleitung in Regensburg

Liljana Bardhoku (links) und Vlora Bejta (Mitte) hoffen immer noch auf die Hilfe der Kirche. An der Zufahrtsstraße zum Pfarrheim harrte am Freitag weiter sowohl Polizei als auch eine Unterstützergruppe in einem Pavillon aus. Bild: gib
Politik
Regensburg
07.08.2016
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Seit fast vier Wochen harrt eine Flüchtlingsgruppe im Regensburger Pfarrheim aus. Nachdem das Bistum Strafanzeige stellt, zieht ein Teil der Gruppe aus. Die meisten bleiben jedoch erst einmal in dem Gebäude.

Trotz Strafanzeige und eingestellter Lebensmittelversorgung ist der Großteil einer Flüchtlingsgruppe auch über das Wochenende im Regensburger Pfarrheim geblieben. Das sagte ein Bistumssprecher am Sonntag.

Die Versorgung mit Nahrungsmitteln wurde am Samstag eingestellt. Ein Notarzt sei aber erreichbar und Sicherheitsleute blieben in dem Gebäude, sagte der Sprecher.

Der Bayerische Flüchtlingsrat kritisierte, das Bistum habe verboten, dass Helfer den im Pfarrheim verbliebenen Flüchtlingen - darunter seien fünf Kinder und ein sechsmonatiges Baby - Lebensmittel und Getränke bringen. «Dieses Vorgehen der Bistumsleitung ist empörend und stößt auf völliges Unverständnis», teilte der Flüchtlingsrat mit.

Am Freitag hatte das Bistum nach Rücksprache mit den Behörden Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs gegen die 25 Asylsuchenden gestellt, die sich seit Juli in dem Pfarrheim aufhielten. Acht Menschen verließen daraufhin die Einrichtung.

Anfang Juli hatten die Asylsuchenden zunächst Zuflucht im Regensburger Dom gesucht und dort fast eine Woche ausgeharrt, ehe sie in das Pfarrheim umzogen. Mit ihrer Aktion wollen sie für ein Bleiberecht und gegen die Einstufung von Balkan-Staaten als sichere Herkunftsländer demonstrieren. Nach Angaben des Bistums sind von den Flüchtlingen lediglich drei «vollziehbar ausreisepflichtig».

Mitteilung des Bistums zum Thema
Mitteilung der Polizei zum Thema
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