Aufgerüstet will der Jahn Neuling Großaspach überholen
Wende gegen das Ex-Thekenteam?

Die jüngste Neuverpflichtung: Der blonde Hesse namens Uwe mit Sportchef Christian Keller.
Sport
Regensburg
18.10.2014
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Die jüngste Neuverpflichtung: Der blonde Hesse namens Uwe mit Sportchef Christian Keller.

Der krisengebeutelte SSV Jahn trifft am Samstag, 14 Uhr im Stadion an der Prüfeningerstraße auf die SG Sonnenhof Großaspach. Trainer Alexander Schmidt fordert einen Sieg gegen die einstige Thekenmannschaft und den Absprung vom Abstiegsplatz.

Noch ist längst nicht verarbeitet, was sich da in den letzten zwei Wochen überschlug: Krisensitzungen, Medienschelte des Präsidenten, Rundumschläge der Verantwortlichen gegen ehemalige Verantwortliche – und das unausgesprochene Eingeständnis einer völlig gescheiterten Konzeption: Mit viel Geld versucht die Kapitalgesellschaft jetzt an Kellers Strategie zu retten, was hoffentlich noch zu retten ist – auch wenn statt jung und talentiert, künftig betagt, aber gerissen auf dem Rasen steht.

Von der Theken- zur Drittligamannschaft

Der Gegner: Vor 38 Jahren gründete der Juniorchef des Kleinaspacher Hotes Sonnenhof eine Thekenmannschaft – der Beginn einer großen Fußballkarriere, die aus der badenwürttembergischen Freizeitliga bis zum Aufstieg in die Dritte Liga führte. Ein ehemaliger Dorf-Kick-Platz wuchs zum 10.000-Mann-Stadion „Mechatronik“.

Aber auch bei den tapferen Schwaben haben mit einem Knick zu kämpfen – nach sieben Niederlagen droht der Sturz auf den derzeitigen Regensburger Stammplatz Nummer 20 – bei einem drei-Tore-Vorsprung der Gastgeber. Auf entsprechend „griffige Zweikämpfe“ stellt Alexander Schmidt sein Team ein.

Die Taktik des SSV

Die Herzen der Fans zurückgewinnen will der Jahn mit einem Sieg gegen den Tabellen-17. Drei Neuzugänge sollen es mit richten: Markus Palionis, Lukas Sinkiewicz und Uwe Hesse sind spielberechtigt. „Wir wollen gegen Großaspach aus einer gut organisierten Defensive heraus agieren“, schließt Schmidt die neuen Verteidigung schon mal mit ins Gebet ein, „und müssen gut gegen den Ball arbeiten.“

Daraus sollen die verunsicherten Youngster dann auch wieder mehr Chancen kreieren und diese in Tore ummünzen. Das Ziel: „Hinten die Null und dank der Sicherheit in der Defensive auch vorne erfolgreich.“

Auf dem Platz und auf der Bank

Mit wem ist beim Jahn zu rechnen? Aias Aosman hat seine Prellung auskuriert, Stephan Loboué gesprengtes Schultergelenk und Oliver Heins gerissene Kapsel sind so weit verheilt, dass die Spieler zumindest auf der Bank Platz nehmen können.

Zuschauen müssen Patrick Lienhard mit gebrochenem Unterarm, Sebastian Nachreiner mit seinem operierten Sprunggelenk, der noch immer angeschlagene Romas Dressler und ein von Muskelproblemen geplagter Noah Michel. Ob Gino Windmüller mit geprellter Wade und Benedikt Schmid mit verstimmtem Magen auflaufen können, ist noch ungewiss.

„Herr Keller hat‘s erklärt“

Die Verpflichtung von Lukas Sinkiewicz ist für den viel kritiserten Christian Keller ein Lichtblick in stürmischen Zeiten. „Erfahrung, Klasse und ein Stück weit auch Führung für unsere junge Mannschaft“ verspricht Keller sich und den Fans. Der frühere Bundesliga-Profi von Köln, Leverkusen und Augsburg beschreibt sein Ziel so: „Ich bin gekommen, um der absolute Leader hier zu sein.“ Er wolle beweisen, dass er den jungen Spielern helfen könne. Er begreife seine Rolle als Bindeglied zwischen Trainer und Team. „Ich bin erfahren genug, kenne auch brenzlige Situationen.“ Und das Wichtigste: „Herr Keller hat's mir erklärt, was hier Sache ist.“

Uwe Hesse ist, nomen est omen, Urgestein des SV Darmstadt 98, für die der 26-Jährige 136 Pflichtspiele in Regionalliga, Dritter Liga und DFB-Pokal absolvierte. Stammposition des Semmelblonden ist das rechte Mittelfeld – linker Flügel oder Zentrum nicht ausgeschlossen. „Ich kenne die 3. Liga sehr gut und weiß, dass man aus so einer Situation nur mit vollem Einsatz, Wille und Kampf herauskommen kann“, bringt er sich schon mal rhetorisch ein. „Ich konnte die Mannschaft ja bereits kennenlernen und bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam den Klassenerhalt schaffen.“