Gesamtbilanz 2013/14 gegen den Halleschen FC: 3:8
Jahn-Wende nach Grabesstimmung?

Nach Jonathan Kotzkes Comeback-Tor war die Jahn-Welt in der vergangenen Saison noch in Ordnung. Bilder: Herda
Sport
Regensburg
31.10.2014
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Nach Jonathan Kotzkes Comeback-Tor war die Jahn-Welt in der vergangenen Saison noch in Ordnung. Bilder: Herda

Vor gut einem Jahr war die Stimmung prächtig im Jahn-Stadion: Ein goldener Herbsttag, Liedermacher Bäff Piendl stimmte vor gut 3000 Zuschauern seine Liebeserklärung an und dann traf auch noch Jonathan Kotzke bei seinem Comeback zum 1:0. Das war’s dann aber auch an positiven Erinnerungen – es folgte ein grausiges Fehlerfestival und ein garstiges 2:4. Am Sonntag, 14 Uhr, könnte der Jahn alles umdrehen: Düstere Stimmung nach dem Grabbesuch an einem trüben Oktobertag – und dann die Wende?

Die Vorzeichen dafür stehen ja nicht mal so schlecht. Ein Drittel der neuen Stammelf besteht inzwischen aus den eben noch arbeitslosen Profis Lukas Sinkiewicz, Grégory Lorenzi, Markus Palionis und Uwe Hesse – auf einen Stürmer wartet Coach Alex Schmidt allerdings weiter sehnsüchtig.

Doch auch wenn er persönlich von Stefan Reisinger (96 Bundesliga- und 209 Zweitliga-Einsätze bei Fürth, 1860 München, SC Freiburg, Fortuna Düsseldorf) viel hält, nicht zuletzt weil er aus der Region kommt, so ist der aber noch gesperrt. Der Jahn jedoch braucht jetzt Tore und Punkte. Schließlich fordert der Trainer, dass die Regensburger vor der Winterpause auf einem Nichtabstiegsplatz stehen.

Jetzt leckt die Maschine an anderer Stelle

Ohne zusätzlichen Stürmer aber wirkte der Jahn zuletzt bei harmlosen Mainzern, wie eine Maschine, bei der man eine undichte Stelle abdichten konnte, es nun aber an anderer Stelle leckt: Die Abwehr stand bis auf den fatalen Fehler in der letzten Minute solide – aber für einen druckvollen Angriff reichte die Energie nicht mehr. Und solange das Tauerspiel um Romas Dressler weitergeht, ist hier auch keine Besserung in Sicht.

Da sich Alex Schmidt aber keinen neuen Sturm backen kann, muss er sich vorerst mal auf den reinen Willen der Spieler verlassen: Der Trainer verspricht ein Team, dass Halle von der ersten bis zur letzten Minute alles abverlangt: „Wir werden eine Mannschaft am Platz haben, die sich der Lage bewusst ist und ich hoffe, dass die Fans uns wie zuletzt unterstützen.“

„Halle muss sich nach uns richten“

Natürlich wisse er und das Team um die Auswärtsstärke des Gegners – beste Auswärts-, schlechteste Heimmannschaft – mit dem Ausnahmespieler Gogian, der mit Wolfsburg deutscher Jugendmeister wurde. Aber wie immer fordert der Schwabe: „Halle muss sich nach uns richten.“ Die Niederlage In Mainz hätten die Jungs schneller verdaut, als er selbst. Aber das sei vielleicht auch gut so. Schließlich lautet sein Credo: „Wer die Negativerlebnisse am schnellsten abhakt, der wird unten rauskommen, die anderen hängen unten fest.“

Selbstredend verrät das Temperamentsbündel an der Außenlinie seine Aufstellung nicht, lässt aber hinsichtlich des neuen Quartetts durchblicken: „Die Jungs haben gut eingeschlagen, ich sehe keinen Grund, der gegen deren Einsatz spricht.“ Auch die Erkrankung von Lukas Sinkiewicz sollte dem nicht entgegenstehen: „Der Lukas ist ein Vollprofi, wenn er nicht 39 Grad Fieber hat, wird er spielen.“

Vorrat für die Winterpause

Mit dem dritten Dreier in dieser Saison könnte der Jahn den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze herstellen – ein weiteres Versagen aber würde vor den schweren Spielen in Chemnitz, gegen Bielefeld und in Köln den Abstand schon bedrohlich anwachsen lassen.

Für diesen Fall mag es gut sein, dass der Vorratsbeschluss zur Kapitalaufstockung in Höhe von vier Millionen Euro für die Winterpause beträchtlichen Handlungsspielraum ermöglichen würde. Aktion: Wie ziehe ich den Hals aus der Schlinge? Sich auf einen Geldsack zu stellen, wäre ein erster Schritt.