Heiko Herrlich warnt vor Großaspachs langen Kerls
Jahn Regensburgs Probleme mit der Länge

Die SG Großaspach bejubelt Michele Rizzis späten Siegtreffer per Freistoß (88.). (Foto: Harald Göpel)
Sport
Regensburg
06.08.2016
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SG-Cheftrainer Oliver Zapel hält den SSV Jahn nicht für den klassischen Aufsteiger-Looser - gewinnen will er trotzdem. (Foto: dpa)
Aspach: Mechatronik Arena |

Allzu alt ist die Tradition dieses Süd-Derbys ja noch nicht – dafür schön ausgeglichen: Einem 2:0-Heimsieg des SSV Jahn (2014) steht ein 2:1 der Sportgemeinschaft Sonnenhof Großaspach in der Rückrunde gegenüber. Gereicht haben den Regensburgern die 3 aus 6 jedenfalls nicht. Am Ende stand der bittere Gang in die Regionalliga. Deshalb: Wehret den Anfängen, Jahn-Trainer Heiko Herrlich warnt vor den Standards – ein Siegtor in der 88. Minute wie durch Rizzis Freistoß gilt es am Sonntag, 14 Uhr, unbedingt zu verhindern.

Zehntausend und einen Zuschauer fasst die Mechatronik Arena im schwäbischen Aspach – ob der eine einen Ehrenplatz bekommt, ist nicht bekannt. Und dass der Oberpfälzer Aufsteiger bereits ein so großes Zugpferd ist, um das Stadion der Motorschrauber im Autostädtle bei Stuttgart – „Der Daimler und der Maybach, der Porsche und der Bosch, die sind bei uns die Regel. Wer’s leugnet, kriegt auf d’Gosch!“ – zu füllen, darf bezweifelt werden.

Vielleicht, wenn die Familienbrauerei Dinkelacker nachhilft? Die lädt nämlich alle SG-Fans zum Heimspielauftakt auf ein Freibier ein. Den Gutschein gibt’s an der Einlasskontrolle – ob ein Lügendetektortest für Regensburger vorgesehen ist, stand zu Redaktionsschluss nicht fest.

SG „absolut gut drauf“

Aufsteiger sind ja immer die beliebtesten Geheimtipps für den Abstieg: Nicht so bei Cheftrainer Oliver Zapel: „Regensburg ist sicher nicht der klassische Aufsteiger, sondern ein Traditionsclub mit entsprechenden Möglichkeiten.“ Dies zeige nicht nur das Spielermaterial, sondern auch die Infrastruktur des Jahn. „Gleichzeitig gehen wir in jedes Spiel, um es zu gewinnen“, macht der 48-Jährige aus der wohlklingenden Stadt Georgsmarienhütte bei Osnabrück deutlich. „Wir spielen die erste Partie der Spielzeit in der Mechatronik Arena und haben gegen Chemnitz bewiesen, dass wir absolut gut drauf sind.“

Personell könne er anders als sein Kollege Herrlich nahezu auf den kompletten Kader zurückgreifen. Nur Keeper David Yelldell habe mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen. Zapel kann es sich daher leisten, vier Akteure aus dem aktuellen Drittligakader mit der U19 zum Bezirksligisten SV Unterweissach zu schicken. „Wir werden, wann immer möglich Teams mischen, um somit auch eine einheitliche Grundhaltung zu entwickeln.“ U23-Trainer Harry Gfreiter wird die Botschaft gerne hören, könnte er doch für Jahns Nachwuchs durchaus Verstärkung gebrauchen.

Keine neuen Verletzten

Beim SSV gilt als gute Nachricht, wenn zur ausklappbaren Verletztenliste keine neuen hinzukommen: Über die Woche seien „alle gesund geblieben außer Faber, der hatte Probleme mit der Leiste und konnte am Mittwoch nicht spielen im Pokalspiel gegen Wendelstein (5:1), ist aber wieder im Training.“ Thomas Paulus trainiere ebenfalls wieder mit der Mannschaft: „Da gehen wir ganz vorsichtig ran, er hat ja die gesamte Vorbereitung verpasst.“ Erik Thommy habe am Dienstag das Training abbrechen müssen: „Das war aber eine reine Vorsichtsmaßnahme.“

Was passiert aber, wenn noch ein Innenverteidiger bzw. dessen Ersatz ausfällt? „Letzte Woche hatten wir Sven Kopp auf der Bank.“ Es sei natürlich klar, dass man in der einen oder anderen Situation noch merke, dass er ein halbes Jahr gefehlt habe. „Aber er macht seine Sache gut.“ Aufgrund der begrenzten Alternativen und des Auftakterfolgs tendiere der Trainer zur gleichen Taktik wie gegen Rostock.

Freistöße vermeiden

Vom Gegner hält der Jahn-Coach eine ganze Menge: „Großaspach hat einen guten Start hingelegt gegen den Top-Favoriten Chemnitz – auswärts ein 0:0. Sie standen defensiv sehr gut.“ Die Schwaben seinen brandgefährlich vor allem bei Standardsituationen: „Sie haben viele lange Spieler, wir haben da definitiv ein Längenproblem – wir müssen schauen, dass wir diese Situationen gut verteidigen und möglichst wenig Foul spielen, damit die Situationen erst gar nicht entstehen.“ Überraschung: „Trotzdem wollen wir dahinfahren und etwas mitnehmen, am liebsten drei Punkte.“ Nicht einfach, aber möglich, findet der Aufstiegstrainer.

Ist der Auswärtsfluch nun endlich überwunden? „Unter meiner Führung war’s zumindest so, dass wir die entscheidenden Spiele, die Schlüsselspiele, in Burghausen und in Fürth, was ja ein Endspiel war, in diesen beiden Auswärtsspielen hat die Mannschaft gezeigt, dass sie auch unter Druck gewinnen kann.“ Und auch im Relegationsspiel in Wolfsburg habe das Team eine sehr gute Leistung gezeigt. „Ich bin überzeugt, dass wir am Sonntag eine sehr gute Leistung in Großaspach bringen werden.“ Der Mannschaft sei bewusst, dass sie auch auf fremden Plätzen punkten müsse. „Sonst wird’s schwer mit dem Klassenerhalt.“
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