Interview mit Sportchef Christian Keller
„Ich hoffe, dass alle Spieler richtig wütend sind“

Christian Keller hält den Konkurrenzkampf im Team für zwingend erforderlich. Bild: Herda
Sport
Regensburg
07.03.2016
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Unter Heiko Herrlich werden die Karten neu gemischt: Eine Stammplatzgarantie hat keiner. Die Umstellungen beim Auftakt gegen Augsburg nährten Spekulationen über einen Riss im Gefüge. Sportchef Christian Keller hält dagegen.

Herr Keller, die Spannung vor dem Rückrundenstart unter Regie von Heiko Herrlich war groß – das Spiel dann keine rechte Offenbarung. Die vom neuen Trainer erkannten Schwachstellen in der Defensive sind nach wie vor deutlich, das 3:2 für den Jahn in der 90. Minute nach zwei Führungen der Augsburger war schmeichelhaft. Sehen Sie es anders?

Keller: Unser Auftritt vom vorvergangenen Samstag war natürlich – wie von den Verantwortlichen im Vorfeld auch erwartet – fußballerisch schwach. Vor dem Hintergrund der letzten Ergebnisse in 2015, den durchwachsenen Ergebnissen der Vorbereitung und der Notwendigkeit eines positiven Restrückrundenauftakts war eine gewisse Verunsicherung und Nervosität bei der Mannschaft bereits in den Tagen vor dem Spiel greifbar. Die ersten 20 Minuten waren Ausdruck dieser Verunsicherung.

Positiv ist also allein das Ergebnis – zumal nach dem ausgefallenen Derby Burghausen den Abstand durch ein 1:0 gegen Bayern II zwischenzeitlich auf vier Punkte erhöhen konnte?

Keller: Positiv war, dass sich die Mannschaft im Kollektiv gegen die drohende Niederlage gestemmt und mit Willen, Bereitschaft und natürlich auch einer Portion Glück die drei Punkte für den Jahn erzwungen hat.

Nachdem Heiko Herrlich gegen Augsburg auf einige Leistungsträger verzichtete, spekulieren die Fans über die Stimmung im Team – ist was dran, dass das Mannschaftgefüge brüchig ist?

Keller: Der Wille auf dem Platz, das Ergebnis gegen Augsburg noch zu drehen, ist wohl eher ein Beleg dafür, dass es in der Mannschaft stimmt und die Jungs zusammenhalten.

Der unter Christian Brand immer gesetzte Marcel Hofrath nicht einmal im Kader, Fabian Trettenbach nicht dabei, nur Kurzeinsätze für Jann George oder Uwe Hesse – das wird nicht nur Begeisterungsstürme auslösen?

Keller: Was die einzelnen Spieler anbelangt, so hoffe ich doch, dass diese allesamt richtig unzufrieden und wütend darüber sind, dass sie aktuell nicht zur Startformation gehören und dies möglichst schnell wieder verändern wollen. Wenn dem anders wäre, dann wären wir tatsächlich auf dem falschen Weg. Alle – auch die Spieler selbst – wollten mehr Konkurrenzkampf. Jetzt ist dieser da, nun müssen sich die Jungs diesem Konkurrenzkampf auch stellen.

Sie schließen kategorisch aus, dass der neue Trainer anders als nach dem aktuellen Leistungsvermögen aufstellt?

Keller: Alles andere wäre für alle Beteiligten Unsinn. Wenn wir am Freitag gegen Illertissen mit einem Dreier nachlegen können, dann sollten wir anschließend psychologisch wieder in der richtigen Spur sein und darauf aufbauend auch wieder besseren Fußball spielen.
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