Jahn-Coach Brand vor dem Spiel gegen die Stuttgarter Kickers
„Wir sind immer noch dran“

Daniel Engelbrecht (rechts) vom Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers hat im Pressegespräch mit seinem Trainer Horst Steffen gut Lachen: Nach einer Herzmuskelentzündung wurde ihm ein Defibrillator eingesetzt, mit dem er jetzt wieder Fußball spielt. Und gegen Wiesbaden schoss er damit auch noch das entscheidende Tor. Bilder: dpa/Herda
Sport
Regensburg
12.12.2014
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Daniel Engelbrecht (rechts) vom Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers hat im Pressegespräch mit seinem Trainer Horst Steffen gut Lachen: Nach einer Herzmuskelentzündung wurde ihm ein Defibrillator eingesetzt, mit dem er jetzt wieder Fußball spielt. Und gegen Wiesbaden schoss er damit auch noch das entscheidende Tor. Bilder: dpa/Herda

Das Beste an den Stuttgarter Kickers (5./32 Punkte): die Fanfreundschaft mit den Regensburgern. Der Nachteil: Im Drittliga-Vergleich gab es bisher für den SSV Jahn (20./12) keinen Sieg, zwei Unentschieden, drei Niederlagen. Sogar das letzte Remis liegt schon mehr als fünf Jahre zurück. Aber welcher Gegner wäre für den Tabellenletzten derzeit schon ein leichter? Also kann Trainer Christian Brand für das Heimspiel am Samstag, 14 Uhr, nur auf Sieg spielen lassen – die Niederlagen ergeben sich fast von selbst.

Apropos Fanfreundschaft: Der SSV rechnet mit etwa 150 bis 200 Gäste-Fans, die den zweiten Auswärtssieg ihrer Kickers nach dem 1:0 in Halle in Folge bewundern möchten. „Wie in jedem Spiel werden wir auch in Regensburg Gas geben und uns intensiv auf den Gegner vorbereiten“, schwört Kickers-Coach Horst Steffen seine Mannschaft ein.

Schwaben im Stimmungshoch

Personell können die Stuttgarter zwar noch nicht aus dem Vollen schöpfen. Nick Fennell muss nach der fünften Gelben passen. Und Kapitän Enzo Marchese ist noch nicht wieder am Damm. Aber immerhin: Fabian Baumgärtel, Daniel Kaiser und Sandrino Braun sind nach verbüßten Rot-, Gelbrot- und Gelbsperren wieder mit von der Partie.

Die Stimmung bei den Schwaben ist nach dem Last-Minute-Treffer von Daniel Engelbrecht zum 2:1 gegen Wehen-Wiesbaden und der Vertragsverlängerung mit Mittelfeldstrategen Besar Halimi vorweihnachtlich feierlich. „Der Klub präsentiert sich in der Öffentlichkeit positiv und beschert allen Beteiligten Glücksmomente, auf die sie lange warten mussten“, jubelt Steffen.

Oberpfälzer Sorgen

„Seit ich hier angefangen habe“, klagt Jahn-Coach Christian Brand, „ist es ja so, dass immer mindestens vier bis fünf Spieler ausfallen.“ Jetzt kommt mit Lorenzi ausgerechnet einer der neuen Defensivsäulen hinzu. Der Franzose zog sich in Dusiburg einen Muskelfaserriss zu. Und als hätte der Jahn im Sturm nicht schon genug Ladehemmung, muss auch Bene Schmid mit Oberschenkelproblemen passen. Einziger Lichtblick kurz vorm dritten Advent: „Lukas Sinkewitz hat diese Woche trainiert und bisher sah das eigentlich recht gut aus.“

Dass der Gegner 20 Punkte mehr auf dem Konto hat und 15 Plätze vor Regensburg rangiert, spricht für sich. Aber mit 31 zu 34 Toren und bei nur einem Sieg aus den vergangenen sieben Spielen ist bei den Kickers auch nicht alles Gold was glänzt. „In der Auswärtsstatistik rangieren sie auf dem 17. Platz“, hat Pressesprecher Till Müller recherchiert, „und haben erst einmal gewonnen“.

Die Aussagekraft der Statistiken

„Man kann bei jedem Gegner was Gutes und was weniger Gutes finden“, philosphiert Brand. „Es gibt immer eine Statistik, die besagt, die eine Mannschaft hat bei Auswärtsspielen in den ersten 8 Minuten vier Bälle ins Aus gespielt, die andere hat, ja was weiß ich, fünf Kopfbälle nicht zum Mitspieler gebracht in den letzten 13 Minuten.“ Das seien Erkenntnisse, die den Trainer nur am Rande interessierten: „Wie gesagt, ich schaue auf unsere Mannschaft.“ Ja, das hat er gesagt.

Und wenn er auf die eigene Mannschaft und auf deren Situation schaut, dann bleibt nur eine Schlussfolgerung: „Ja, da gibt's nur ein Ziel, wir müssen das Spiel gewinnen.“ Und um den Faden vom vergangenen Wochenende aufzugreifen, sagt Brand fast trotzig: „Wir sind immer noch dran.“ Er hoffe und wünsche dem Team, dass es sich, so wie es während der Wochen, die er jetzt hier sei, schufte, mal selber belohne für den Aufwand, den es betreibe. „Wir machen Fortschritte im Training, aber am Platz gehen wir bisher leer aus.“